Es war einst einer der lukrativsten Deals im Pay-TV: Starz sicherte sich über Jahre hinweg die exklusiven Erstausstrahlungsrechte (sogenannte Pay-1-Rechte) für Kinofilme von Sony Pictures. Damit war der Sender für viele Zuschauer die erste Adresse für aktuelle Hollywood-Hits. Doch diese goldenen Zeiten sind vorbei – heute teilen sich Netflix und Disney diese Rechte, und Starz bleibt mit Eigenproduktionen und älteren Titeln zurück.

Der steile Aufstieg – und der langsame Fall

Als Lionsgate Starz im Jahr 2016 für 4,4 Milliarden Dollar übernahm, sollte das eine Win-Win-Situation sein: Studio trifft Plattform – ein Rezept für Wachstum. Doch stattdessen folgten Umstrukturierungen, Chefwechsel und letztlich enttäuschte Erwartungen.

Zwischen 2005 und 2021 hatte Starz einen exklusiven Vertrag mit Sony, der dem Sender nicht nur Erstausstrahlungen, sondern auch spätere Ausstrahlungsrechte sicherte. Doch schon ab 2013 zeigte sich: Viele der eingekauften Filme blieben hinter den Erwartungen zurück. Während Sony die Lizenzgebühren mehrfach kräftig anhob – insgesamt um rund 70 % –, spielten viele Titel an den Kinokassen unter 10 Millionen US-Dollar ein. Das warf Fragen nach dem tatsächlichen Wert des Deals auf.

Was Starz wirklich zahlte

Der STARZ Pay-1 Film Rate Report zeigt auf, wie komplex solche Lizenzverträge gestrickt sind: Preise wurden je nach Kinoerfolg gestaffelt, Filme in A-, B- und Arthouse-Kategorien einsortiert. Auch die Entwicklung der Abozahlen spielte eine Rolle bei Bonuszahlungen. Zudem gab es exklusive Ausstrahlungsrechte mit klaren Grenzen bei der Anzahl der Ausstrahlungen und Bedingungen für Zusatzvergütungen bei Abrufen auf Abrufplattformen.

Das Ende der Partnerschaft und seine Folgen

Seit 2021 ist der Vertrag mit Sony Geschichte. Starz setzt nun auf Eigenproduktionen sowie Filme aus dem Lionsgate- und Summit-Portfolio – allerdings mit geringerer Strahlkraft. Hinzu kommen ausgewählte Titel anderer Studios, jedoch meist erst nach Ablauf der Pay-1-Phase.

Der Verlust an prominenten Sony-Titeln wie Venom, Ghostbusters: Afterlife oder The Equalizer 2 wiegt schwer – besonders, da diese Filme auch in schwierigen Pandemiezeiten erfolgreich liefen. In der Folge hat Starz nicht nur an Content, sondern auch an Verhandlungsmacht verloren.

Zuschauerzahlen stagnieren

Auch auf der Aboseite macht sich der Wandel bemerkbar. Während Starz 2021 noch rund 26,6 Millionen Abonnenten zählte, fiel die Zahl bis 2023 auf 24,5 Millionen. In den USA ist das Wachstum zum Erliegen gekommen, international läuft es unter der neuen Marke „Lionsgate+“ schleppend. Mit einem Bündelangebot gemeinsam mit MGM+ versucht man derzeit, den Abwärtstrend zu stoppen.

Fazit: Von der Lizenzmacht zum Nischenplayer

Was einst als Prestigevertrag galt, hat sich für Starz letztlich als teurer Deal mit abnehmendem Mehrwert erwiesen. Während andere Anbieter ihre eigenen Streamingdienste ausbauen und hochwertige Inhalte exklusiv zurückhalten, kämpft Starz nun mit weniger attraktiven Titeln, sinkender Sichtbarkeit und einem schrumpfenden Abo-Modell.

Der Wechsel hin zu mehr Eigenproduktionen ist ein logischer Schritt – aber womöglich kommt er zu spät. In einem immer härter umkämpften Markt braucht es mehr als Nostalgie und Seriendauerbrenner, um relevant zu bleiben.

FILMTAKE berichtet ausführlich.

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