Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) steht vor einem Wechsel an der Spitze. Ab dem 1. Juli 2026 wird Wiebke Wiesner die Geschäftsführung übernehmen und damit auf Carl Bergengruen folgen, der die Einrichtung seit 2013 geleitet hat und im kommenden Jahr in den Ruhestand geht. Der Vertrag der neuen Geschäftsführerin läuft zunächst über fünf Jahre.

Mit Wiesner tritt eine erfahrene Fachfrau aus der Film- und Medienbranche an die Spitze der MFG. Die 49-Jährige wechselt von der Produktionsallianz, wo sie seit 2023 als Justiziarin und stellvertretende Geschäftsführerin tätig ist und 2025 kommissarisch die Leitung übernahm. Zuvor war sie bei zentralen Institutionen der Filmförderung auf Landes- und Bundesebene tätig, unter anderem beim Medienboard Berlin-Brandenburg und der Filmförderungsanstalt (FFA).

Kunststaatssekretär Arne Braun bezeichnete die Personalentscheidung als „wichtigen Schritt für den Medienstandort Baden-Württemberg“. Wiesner vereine Leidenschaft für den Film mit Erfahrung und strategischem Denken, so Braun. Sie wisse, wie die Branche vernetzt sei und wie Filmförderung wirke. Mit ihrer Expertise und Dynamik habe sie den Aufsichtsrat überzeugt und werde den Standort mit Energie in die Zukunft führen.

Auch SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler begrüßte die Entscheidung und betonte, dass die Neubesetzung den Anspruch des Landes unterstreiche, bei Medien, Film und Kreativwirtschaft weiterhin Maßstäbe zu setzen. Wiesner bringe alle Voraussetzungen mit, um an die erfolgreiche Ära ihres Vorgängers anzuknüpfen und neue Impulse zu geben.

Wiesner selbst sprach von großer Vorfreude auf ihre neue Aufgabe. Sie sehe die kommenden Jahre als Chance, gemeinsam mit dem Team der MFG Bewährtes fortzuführen und neue Ideen zu entwickeln. Zugleich würdigte sie Carl Bergengruen für dessen langjähriges Engagement und die prägende Arbeit an der Spitze der MFG. Die Herausforderungen für den Film- und Medienstandort seien aktuell groß, betonte sie, doch ebenso die Möglichkeiten, die regionale Kultur- und Kreativwirtschaft zukunftsfähig zu gestalten.

Die designierte Geschäftsführerin gilt als profilierte Expertin für Filmförderung und medienpolitische Fragen. Sie ist stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat der FFA, Vorsitzende des Richtlinienausschusses sowie in mehreren Gremien zum Thema nachhaltige Filmproduktion aktiv. Darüber hinaus war sie an der Einführung der Gamesförderung beim Medienboard Berlin-Brandenburg beteiligt und verhandelte für die Produktionsallianz den ersten KI-Tarifvertrag Deutschlands.

 

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