Die deutsche Filmwirtschaft erhebt gemeinsam ihre Stimme: 32 Verbände aus allen Bereichen der Branche – von Produzent:innen über Drehbuchautor:innen bis hin zu Schauspieler:innen – haben eine gesetzliche Investitionsverpflichtung für Streaming-Anbieter gefordert. Unter dem Motto „Gesetz statt Ausverkauf“ appellieren sie an die Politik, den finanziellen Beitrag der Plattformen zur deutschen Filmproduktion verbindlich zu regeln.

Hintergrund ist die wachsende Sorge, dass ohne solche Vorgaben Gelder zunehmend ins Ausland abfließen und die Vielfalt sowie Qualität deutscher Produktionen gefährdet werden. Streaming-Dienste sind längst zu wichtigen Playern der Branche geworden, doch freiwillige Abgaben oder Investitionen in lokale Produktionen reichen nach Ansicht der Verbände nicht aus, um die Zukunft des deutschen Films nachhaltig zu sichern.

„Die kreative Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche darf nicht dem freien Spiel des Marktes überlassen werden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. „Ein gesetzlich verankertes Investitionsmodell ist dringend notwendig, um Produktionskapazitäten zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und kulturelle Vielfalt zu fördern.“

Die Forderung umfasst einen festen Prozentsatz der Umsätze von Streaming-Plattformen, der direkt in deutsche Film- und Serienproduktionen fließen soll. Ähnliche Modelle existieren bereits in Ländern wie Frankreich oder Italien, wo Streaming-Dienste verpflichtet sind, lokal zu investieren. Branchenexperten sehen darin ein bewährtes Mittel, um den europäischen Kulturbereich zu stärken und gleichzeitig den Standort Deutschland attraktiv zu halten.

Die Initiative zeigt die Einheitlichkeit der Branche in einem kritischen Punkt: Sie vereint Produzent:innen, Regisseur:innen, Autor:innen und Schauspieler:innen hinter einem klaren politischen Ziel. Diese Allianz unterstreicht, dass die Forderung nicht nur einzelne Interessengruppen betrifft, sondern die gesamte Filmwirtschaft.

Politisch steht das Thema nun auf der Agenda. Ob die Bundesregierung eine verbindliche Regelung schafft, bleibt offen, doch der öffentliche Druck wächst. Für die Verbände ist klar: Ohne gesetzliche Investitionspflicht droht ein „Ausverkauf“ deutscher Produktionen an internationale Plattformen, die ihre Inhalte global, aber oft ohne lokale Produktionsbeteiligung vermarkten.

Für die Filmwirtschaft und ihre Fans ist die Diskussion von hoher Relevanz: Es geht nicht nur um wirtschaftliche Interessen, sondern auch um die Zukunft des deutschen Films als kulturelle Marke. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Politik den Appell der Verbände ernst nimmt und gesetzliche Rahmenbedingungen schafft, die die Investitionen der Streaming-Anbieter sichern.

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