Die American Film Market (AFM) 2025 kehrte ins Fairmont Century Plaza in Los Angeles zurück – eine Location, die sich als zentral und kompakt erwies, ideal für kurze Wege zwischen Meetings, Screenings und Agenturen. Rund 285 Aussteller aus 35 Ländern nutzten die Gelegenheit, Projekte zu präsentieren und Deals anzustoßen. Die Atmosphäre war spürbar lebendig, nachdem die Branche in den Vorjahren von unsicheren Märkten und pandemiebedingten Einschränkungen geprägt war.

Trotz guter Stimmung blieb die Zahl der abgeschlossenen Deals hinter den Erwartungen zurück. Viele Produktionen hatten ihre Preisvorstellungen noch auf dem früheren Boom-Level angesetzt, während rückläufige Kino- und Nachmarkt-Einnahmen (Pay‑1, SVOD) das Vertrauen in hohe Mindestgarantien schwächten. Verleiher setzen daher zunehmend auf vorsichtigere Vertragsstrukturen, mit kleineren Vorauszahlungen und stärkerer Bindung an den tatsächlichen Erfolg eines Films.

Besonders gefragt waren klare, marktfähige Projekte. Genre-Filme, vor allem Horror, bewiesen nach wie vor ihre Anziehungskraft – und zeigten, dass auch kreative Low-Budget-Konzepte den Markt bewegen können. Erfolgreiche Pakete wie „Phantom Son“ von AGC belegten, dass ein starkes Konzept und ein durchdachter Vertrieb entscheidend sind.

Ein zentraler Trend der AFM 2025 ist die zunehmende Bedeutung von Daten. Der neue „FilmTake Advance Index“ liefert verifizierte Zahlen zu Mindestgarantien aus internationalen Deals. Produzenten und Käufer können so realistische Marktwerte ableiten und Verhandlungen auf Fakten statt auf Optimismus stützen. Regionale Unterschiede bleiben deutlich: Während Frankreich, Japan und der GCC-Raum stabilere Vorauszahlungen bieten, sehen Märkte wie Deutschland, Italien oder Südostasien sinkende Garantien, vor allem für Projekte ohne Stars oder klaren Konzeptfokus.

Ein Highlight der Messe war die Umstrukturierung von Pathé: Mit neuen Führungskräften und hochkarätigen Projekten wie „Bunker“ mit Penélope Cruz und Javier Bardem wird das englischsprachige Filmgeschäft neu aufgestellt – ein Schritt, der Co-Produktionen und internationale Finanzierung nachhaltig beeinflussen könnte.

AFM 2025 zeigte: Der Markt stabilisiert sich, doch Risiken bleiben. Vorsichtige Deal-Strukturen, Daten-getriebene Entscheidungen und klare Projektstrategien bestimmen die Szene. Wer die Zahlen kennt und seine Projekte smart präsentiert, hat im aktuellen Umfeld die besten Chancen, erfolgreich zu sein.

FILMTAKE berichtet ausführlich.

 
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