Die European Film Academy hat einen bedeutenden Wechsel an ihrer Spitze vollzogen: Die mehrfach ausgezeichnete Produzentin Ada Solomon wurde zur neuen Chair of the Board gewählt. Sie folgt damit auf Vorgänger*innen, die in den vergangenen Jahren die strategische Ausrichtung der Institution geprägt haben – nun übernimmt Solomon diese zentrale Rolle in einer Phase, in der sich die europäische Filmindustrie starken Umbrüchen stellen muss.
Solomon zählt seit Jahren zu den einflussreichsten Stimmen des europäischen Autorenfilms. Mit Produktionen wie „Bad Luck Banging or Loony Porn“ (Gewinner des Goldenen Bären 2021) oder internationalen Koproduktionen wie „Toni Erdmann“ hat sie die Präsenz osteuropäischer und unabhängiger Produktionen auf der Weltbühne entscheidend mitgestaltet. Ihre Wahl an die Spitze der Academy unterstreicht den zunehmenden Stellenwert von Produzent*innen, die europäisches Kino nicht nur künstlerisch, sondern auch strukturell voranbringen.
In ihrer neuen Funktion wird Solomon eng mit dem Board sowie der Geschäftsführung der Academy zusammenarbeiten. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die Weiterentwicklung der European Film Awards, die Stärkung paneuropäischer Netzwerk- und Bildungsinitiativen sowie die strategische Positionierung der Academy in politischen Debatten rund um Förderung, Urheberrecht, Diversität und die Zukunft audiovisueller Inhalte in Europa.
Die Ernennung wird in Branchenkreisen als Signal für eine stärkere Öffnung Richtung mittel- und osteuropäischer Filmkulturen gewertet, aber auch als Bekenntnis zu einem modernen, inklusiven und industrieorientierten Academy-Verständnis. Solomon selbst betonte in ersten Statements die Bedeutung gemeinsamer europäischer Perspektiven und die Notwendigkeit, Talente aller Regionen sichtbarer zu machen.
Die European Film Academy repräsentiert heute über 4.000 Filmschaffende aus ganz Europa und gilt als eine der wichtigsten Institutionen für die Vernetzung und Anerkennung des europäischen Kinos. Mit Ada Solomon an der Spitze könnte die Organisation in den kommenden Jahren neue Impulse für Koproduktionen, Nachwuchsförderung und europäische Filmpolitik setzen.
