Trotz erheblicher Unsicherheiten durch die ausgesetzten Bundesfilmförderungen ÖFIplus und FISAplus hat sich der Filmstandort Wien im Jahr 2025 nach Ansicht der Vienna Film Commission gut behauptet. Bei einer Pressekonferenz am 25. Februar zogen Vertreterinnen der Kommission und der Stadt eine positive Bilanz des vergangenen Jahres.
Laut Geschäftsführerin Marijana Stoisits stieg die Zahl der eingereichten Anträge für nationale und internationale Dreharbeiten erneut, trotz der schwierigen bundesweiten Rahmenbedingungen. Die Zunahme der Nachfrage für Wien als Drehort werte sie als Bestätigung der Arbeit der Film Commission.
Auch Veronica Kaup‑Hasler, Wiens Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, hob die Attraktivität Wiens hervor. Sie betonte, dass die Stadt sowohl national als auch international stark nachgefragt werde und aktuelle Investitionen in die Filmförderung und Infrastruktur – etwa durch den Ausbau des Vienna Film Incentive und die HQ7 Studios – die Rahmenbedingungen weiter verbessert hätten. Die Präsenz von zwölf österreichischen Filmen auf der Berlinale, darunter zwei im Wettbewerb, unterstreiche diese Entwicklung.
Im Jahr 2025 gingen bei der Vienna Film Commission 755 Projektanträge ein. Für diese wurden insgesamt 1.382 Empfehlungsschreiben ausgegeben – ein Anstieg von 7,3 % im Vergleich zu 2024. Diese Entwicklung wurde vor allem durch ein starkes erstes Halbjahr getragen, in dem noch Fördermittel aus den Vorjahren genutzt werden konnten. Das Drehaufkommen stieg im ersten Halbjahr um 25 %, sank im zweiten jedoch um neun Prozent.
Erstmals wurden in Wien zudem mehrere internationale Spielfilmprojekte vollständig realisiert, deren Handlung in anderen Städten verortet ist. Beispiele hierfür sind Produktionen wie Der Wachtmeister, Kochschule Schwarz und Sternstunde der Mörder.
Hinsichtlich der Standortnutzung lag die Innere Stadt mit rund 21,8 % der Dreharbeiten an der Spitze, gefolgt von Bezirken wie Landstraße, Leopoldstadt und Alsergrund. Besonders beliebt waren Parks, Grünanlagen und urbane Schauplätze entlang der Donau und des Donaukanals.
Für 2026 sieht die Vienna Film Commission die weitere Entwicklung des Produktionsstandorts stark von der Höhe und Verfügbarkeit von Filmförderungen und Incentives abhängig, vor allem auf Bundesebene. Eine rasche Einigung zu neuen Förderinstrumenten sei wünschenswert, um die Planungssicherheit für Filmschaffende zu verbessern.
