Die Amazon MGM Studios konkretisieren ihre Pläne für einen eigenen internationalen Kinoverleih und setzen den strategischen Ausbau ihrer Vertriebsstrukturen konsequent fort. Mit der Ernennung von Scott Sargeant zum Head of Theatrical Distribution für Großbritannien und Irland wurde nun eine weitere Schlüsselposition in einem der wichtigsten europäischen Märkte besetzt.
Sargeant, der zuvor unter anderem für Black Bear, STX, Universal und eOne tätig war, übernimmt damit eine zentrale Rolle im künftigen europäischen Distributionsnetzwerk des Studios. Seine Verpflichtung reiht sich in eine Serie von Personalentscheidungen ein, mit denen Amazon MGM Studios seit Anfang des Jahres ihre internationale Präsenz stärken. Bereits zuvor wurden Führungspositionen für Australien, Neuseeland, Südostasien und Italien besetzt.
Parallel zu diesen strukturellen Entwicklungen unterstreicht auch der kommerzielle Erfolg aktueller Produktionen die Ambitionen des Studios im Kinomarkt. Mit dem globalen Start von „Der Astronaut – Project Hail Mary“, der ein Einspielergebnis von rund 141 Millionen US-Dollar erreichte, konnte Amazon MGM Studios mehrere Bestmarken setzen und ihre Position im internationalen Wettbewerb stärken.
Für den deutschen Markt sind die Entwicklungen von besonderem Interesse: Aktuell wird weiterhin ein Head of Germany Theatrical Marketing gesucht, mit möglichen Standorten in Berlin und München. Dies deutet darauf hin, dass auch hierzulande mittelfristig eigene Verleihstrukturen aufgebaut werden könnten.
Bislang erfolgt der internationale Kinostart der Amazon-MGM-Titel in vielen Territorien – darunter auch Deutschland – über Sony Pictures als Vertriebspartner. Ein bestehender Mehrjahresvertrag sieht vor, dass diese Zusammenarbeit dort fortgeführt wird, wo Amazon MGM Studios noch keine eigenen Strukturen etabliert haben.
Die Branche beobachtet nun aufmerksam, wie schnell und in welchem Umfang Amazon seine Distributionsaktivitäten weiter ausbaut. Der Aufbau eines eigenen weltweiten Verleihnetzwerks könnte langfristig die Kräfteverhältnisse im internationalen Kinomarkt verschieben und neue Impulse für Vermarktung, Release-Strategien und die Zusammenarbeit mit Kinobetreibern setzen.
