Die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) hat vor einem US-Bundesgericht in Kalifornien Klage gegen Penske Media Corporation (PMC), deren Vorsitzenden Jay Penske, die Golden Globe Foundation sowie deren CEO Gregory Goeckner eingereicht. Die ehemalige Ausrichterin der Golden Globe Awards fordert Schadensersatz in Höhe von mindestens 150 Millionen US-Dollar sowie die Rückabwicklung der 2023 abgeschlossenen Übernahme der Golden-Globes-Vermögenswerte.

Nach Darstellung der Kläger soll die Übernahme Teil eines langfristig angelegten Plans gewesen sein, die HFPA zu schwächen und anschließend die Kontrolle über die Golden Globes sowie zentrale Bereiche des Entertainment- und Awards-Marktes zu erlangen. Die Klage wirft den Beklagten unter anderem Verstöße gegen das US-Kartellrecht, Betrug, unlauteren Wettbewerb und Pflichtverletzungen vor.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht die Behauptung, Penske Media und der Unternehmer Todd Boehly hätten ab 2021 den öffentlichen Druck auf die HFPA gezielt verstärkt, um den Wert der Organisation zu mindern. Gleichzeitig soll Boehly als Interims-CEO der HFPA trotz seiner Rolle als potenzieller Käufer an den Übernahmeverhandlungen beteiligt gewesen sein. Die Kläger sehen darin einen schwerwiegenden Interessenkonflikt.

Darüber hinaus argumentiert die HFPA, Penske Media habe durch den Erwerb der Golden Globes seine bereits starke Position im Markt für Entertainment-Fachmedien, Preisverleihungen und sogenannte „For Your Consideration“-Werbung weiter ausgebaut. In der Klageschrift wird auf Beteiligungen und Eigentumsverhältnisse an Branchenmedien, Awards, Datendienstleistern und Produktionsunternehmen verwiesen, die nach Auffassung der Kläger eine marktbeherrschende Stellung begründen sollen.

Die Beklagten weisen die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher der Golden Globes erklärte, die Transaktion sei bereits vor mehreren Jahren rechtswirksam abgeschlossen worden und habe sämtliche erforderlichen Genehmigungen erhalten. Die Klage sei unbegründet und entbehre jeder Grundlage.

Mit dem Verfahren rückt eine der bedeutendsten Transaktionen im internationalen Award-Geschäft erneut in den Fokus. Ob die Klage Auswirkungen auf die Eigentümerstruktur der Golden Globes haben wird, dürfte nun die gerichtliche Auseinandersetzung zeigen

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