Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance erhält im laufenden Kartellverfahren zunehmend prominente Unterstützung aus der US-Unterhaltungsbranche. Innerhalb weniger Tage haben sich Paramount-Skydance-CEO David Ellison, AMC-CEO Adam Aron und TKO-CEO Ari Emanuel öffentlich hinter den Zusammenschluss gestellt und dessen Bedeutung für die Zukunft Hollywoods betont. Damit wächst der Kontrast zu den Klägern – darunter zwölf US-Bundesstaaten, die Writers Guild of America (WGA) sowie Teile der Kinobranche.

Den Auftakt machte David Ellison in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter von Paramount Skydance. Darin bekräftigte der CEO, dass das Unternehmen trotz der laufenden Kartellklagen fest an einem erfolgreichen Abschluss der Transaktion festhalte. Die Entscheidung, auf eine einstweilige Verfügung zu verzichten und stattdessen direkt auf eine Hauptverhandlung hinzuarbeiten, bezeichnete Ellison als den schnellsten Weg zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung. Bis dahin würden Paramount und Warner Bros. Discovery weiterhin unabhängig voneinander operieren.

Unterstützung erhielt Ellison wenig später von AMC-CEO Adam Aron. In einem Gastbeitrag für Variety argumentiert der Chef der weltweit größten Kinokette, dass eine Fusion die Wettbewerbsfähigkeit der traditionellen Studios gegenüber Streaming- und Technologiekonzernen stärken könne. Aus seiner Sicht sei ein leistungsfähiges Studio mit einer verlässlichen Pipeline an Kinofilmen wichtiger für die Zukunft der Kinos als ein langwieriger Rechtsstreit. Aron kritisiert die Klagen der Bundesstaaten ausdrücklich und fordert einen möglichst schnellen Abschluss der Transaktion.

Mit seiner Position stellt sich Aron zugleich gegen den US-Kinoverband Cinema United. Während AMC auf die Zusagen von Paramount zu einer starken Kinoauswertung und einer stabilen Filmversorgung vertraut, warnt der Verband vor einer stärkeren Marktkonzentration, sinkender Filmvielfalt und möglichen Nachteilen für kleinere Kinobetreiber.

Auch Ari Emanuel, CEO der TKO Group Holdings und Mitbegründer der Talentagentur Endeavor, hat sich öffentlich hinter die Fusion gestellt. In einem Gastbeitrag im Wall Street Journal bezeichnet er die Kartellklage als unbegründet und kritisiert, dass sie die heutigen Wettbewerbsverhältnisse der Unterhaltungsbranche verkenne. Filmstudios konkurrierten längst nicht mehr ausschließlich miteinander, sondern ebenso mit Streamingdiensten, YouTube, Videospielen und anderen digitalen Unterhaltungsangeboten. Eine stärkere Paramount-Warner-Gruppe könne daher den Wettbewerb fördern, anstatt ihn einzuschränken. Zudem verweist Emanuel auf die erheblichen finanziellen Belastungen, die Paramount durch die Verzögerung der Transaktion entstehen.

Die öffentliche Unterstützung zeigt, dass sich innerhalb Hollywoods zunehmend eine Front zugunsten des Zusammenschlusses bildet. Während Gewerkschaften wie die WGA und SAG-AFTRA sowie Cinema United vor negativen Folgen für Beschäftigung, Wettbewerb und Kinobetreiber warnen, sehen führende Vertreter aus Studio-, Kino- und Entertainmentgeschäft in der Fusion eine notwendige Antwort auf den wachsenden Konkurrenzdruck durch globale Streamingplattformen und Technologiekonzerne.

Wann der Rechtsstreit endgültig entschieden wird, bleibt weiterhin offen. Nach der Vereinbarung zwischen Paramount Skydance und den Klägern soll die Fusion bis zu einer gerichtlichen Entscheidung beziehungsweise spätestens bis Juni 2027 ausgesetzt bleiben. Beobachter rechnen damit, dass sich das Verfahren noch über mehrere Monate hinziehen wird.

 

Quellen: Deadline (Mitarbeiterschreiben von David Ellison), Variety (Gastbeitrag von Adam Aron) und The Wall Street Journal (Gastbeitrag von Ari Emanuel).

 

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