Die Studio Babelsberg AG blickt nach schwierigen Jahren wieder optimistischer in die Zukunft. Mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025 meldet das Unternehmen eine verbesserte wirtschaftliche Entwicklung und sieht erstmals keine bestandsgefährdenden Risiken mehr. Gleichzeitig appelliert Vorstandsvorsitzender Jörg Bachmaier an die Bundesregierung, die angekündigten Kürzungen der Filmförderung zu überdenken.
Nach Angaben des Unternehmens stieg der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025 um 11,6 Millionen Euro auf 68,1 Millionen Euro. Das EBITDA fiel mit 33.000 Euro wieder leicht positiv aus, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 1,2 Millionen Euro verzeichnet worden war. Das Konzernergebnis nach Steuern blieb mit einem Fehlbetrag von 321.000 Euro zwar negativ, dennoch bewertet der Vorstand die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt deutlich positiver als noch im Vorjahr.
Im Risikobericht erklärt die Studio Babelsberg AG, dass unter Berücksichtigung der beschlossenen Filmförderreform sowie der positiven Budgetentwicklung im ersten Halbjahr 2026 derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken für den Konzern erkennbar seien. Im Geschäftsbericht 2024 hatte das Unternehmen noch ausdrücklich auf erhebliche Unsicherheiten für den Fortbestand hingewiesen.
Als wesentliche Faktoren für die Erholung nennt das Unternehmen die auf 30 Prozent angehobene Förderung im Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und dem German Motion Picture Fund (GMPF) sowie die gestiegene Auslastung der Studios. Einen wichtigen Beitrag leisteten unter anderem die Dreharbeiten zu „Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping“. Darüber hinaus wurden Produktionen wie „Athos 2643“, „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ sowie die finale Staffel von „Babylon Berlin“ realisiert. Für 2026 konnten zudem mehrere internationale High-End-Serien, darunter „Berlin Noir“ für Apple TV+, akquiriert werden.
Mit Blick auf die geplanten Kürzungen der Bundesfilmförderung ab 2027 äußert sich Vorstandschef Jörg Bachmaier jedoch kritisch. Die Erhöhung der Fördermittel habe international Vertrauen in den Produktionsstandort Deutschland geschaffen. Kürzungen würden dieses Vertrauen gefährden und die notwendige Planungssicherheit für Produzenten und Investoren schwächen. Zugleich spricht sich Bachmaier für eine investitionsfreundliche Ausgestaltung der geplanten Investitionsverpflichtung aus, um internationale Streaming-Anbieter zu weiteren Produktionen in Deutschland zu bewegen.
Trotz der politischen Unsicherheiten zeigt sich das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr zuversichtlich. Aufgrund der hohen Auslastung im ersten Halbjahr 2026 und einer guten Auftragslage erwartet der Vorstand eine positive Entwicklung im weiteren Jahresverlauf.
