Disney ordnet sein Geschäft neu: Künftig sollen große Teile der Erlöse aus dem Konsumgüterbereich dem Entertainmentsegment zugerechnet werden. Gleichzeitig kämpft der Konzern mit technischen Herausforderungen bei seinem Streamingangebot Disney+.

Disney will die Vermarktung seiner Inhalte künftig enger an die Studios binden, die diese Marken entwickeln. Wie CEO Josh D’Amaro in einem Schreiben an die Aktionäre anlässlich der Quartalszahlen des dritten Fiskalquartals 2026 mitteilte, werden ab Beginn des Fiskaljahres 2027 große Teile des Konsumgütergeschäfts nicht mehr dem Bereich Parks & Experiences, sondern dem Entertainmentsegment zugeordnet.

Die Änderung betrifft unter anderem Einnahmen aus der Verwertung von Marken wie Marvel, Pixar und Star Wars. Laut Disney soll die neue Zuordnung besser widerspiegeln, welchen Wert die produzierten Inhalte für die langfristige Monetarisierung des Konzerns haben.

Die Bedeutung der Markenverwertung zeigt sich in den aktuellen Zahlen: Im dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 erzielte Disneys Konsumgütergeschäft mit 1,065 Milliarden US-Dollar den höchsten Quartalsumsatz seit fünf Jahren. Besonders das Merchandising rund um den Animationsfilm „Toy Story 5“ trug zum Wachstum bei.

Auch das Streaminggeschäft entwickelte sich positiv. Disney+ und Hulu steigerten ihren Umsatz im Quartal um elf Prozent auf 5,53 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn des Streamingbereichs konnte auf 712 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt werden.

Patentstreit belastet Premium-Angebot von Disney+

Parallel zum wirtschaftlichen Umbau steht Disney im Streaminggeschäft vor technischen Herausforderungen. Ein Patentstreit mit dem Rechteverwerter InterDigital führte dazu, dass bei Disney+ in Deutschland zeitweise Premium-Funktionen eingeschränkt wurden.

Unter anderem waren 4K-Streaming sowie bestimmte HDR-Formate betroffen. Während die 4K-Wiedergabe inzwischen für viele Nutzer wieder verfügbar ist, bleiben einzelne Funktionen teilweise offen. Premium-Abonnenten erhielten von Disney Informationen über ein Sonderkündigungsrecht sowie mögliche anteilige Erstattungen.

Der Fall verdeutlicht eine zentrale Herausforderung der Streamingbranche: Neben Inhalten und Abonnentenzahlen gewinnen auch technische Standards, Lizenzrechte und Patente zunehmend an strategischer Bedeutung.

Mit der Neuausrichtung des Konsumgütergeschäfts und den Investitionen in seine Streamingplattform arbeitet Disney weiter daran, seine wichtigsten Marken über verschiedene Auswertungswege hinweg stärker zu monetarisieren.