Der US-Pay-TV- und Streaminganbieter Starz beendet Teile seines Output-Deals mit Universal vorzeitig. Für den Ausstieg aus bestimmten künftigen Filmverpflichtungen zahlt das Unternehmen 147,2 Millionen US-Dollar. Der Vorgang verdeutlicht, wie stark sich die wirtschaftliche Bewertung von Filmrechten im Streaming- und Pay-TV-Geschäft verändert.
Betroffen sind bestimmte Live-Action-Filme aus einem sogenannten Post-Pay-1-Output-Deal. Solche Vereinbarungen geben einem Sender oder Streaminganbieter über einen längeren Zeitraum Zugang zu einem umfangreichen Filmpaket eines Studios. Für die Studios bieten Output-Deals eine planbare Abspiel- und Erlösstruktur, während die Abnehmer sich langfristig die Rechte an einem kontinuierlichen Angebot sichern.
Im Fall von Starz erwies sich ein Teil dieser Vereinbarung offenbar als wirtschaftlich wenig attraktiv. Die betroffenen Filme hätten nur eine geringe Nutzung und wenig Zuschauerinteraktion erzielt. Starz entschied sich deshalb, die entsprechenden Verpflichtungen vorzeitig zu beenden und die vereinbarte Zahlung von 147,2 Millionen Dollar zu leisten.
Der Schritt ist vor allem vor dem Hintergrund der veränderten Streamingökonomie relevant. Anbieter verfügen inzwischen über umfangreiche eigene Kataloge und können anhand von Nutzungsdaten wesentlich genauer beurteilen, welche Inhalte tatsächlich Zuschauer erreichen und zur Kundenbindung beitragen. Langfristige Vereinbarungen über große Filmpakete können dadurch zum finanziellen Risiko werden, wenn ein erheblicher Teil der lizenzierten Titel nicht die erwartete Nutzung erzielt.
Für die Rechteverwertung bedeutet dies eine stärkere Fokussierung auf einzelne Titel und deren tatsächliches wirtschaftliches Potenzial. Neben der Größe eines Filmpakets spielen zunehmend Faktoren wie Genre, Zielgruppe, Auswertungsfenster, Territorium und erwartete Nachfrage eine Rolle. Für Studios und Produzenten kann dies gleichzeitig bedeuten, dass die Verhandlungen mit Plattformen selektiver werden und die langfristige Planbarkeit von Output-Deals abnimmt.
Der Fall Starz zeigt damit beispielhaft, dass sich das Verhältnis zwischen Studios und Plattformen weiter verändert. An die Stelle umfangreicher und langfristig garantierter Content-Pakete könnte zunehmend eine gezieltere Auswahl von Filmen treten, deren Wert anhand konkreter Nachfrage- und Nutzungsdaten eingeschätzt wird.
