Der geplante Zusammenschluss von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery steht weiterhin unter erheblichem juristischem und politischem Druck. Gleichzeitig mehren sich die Stimmen aus der Film- und Kinobranche, die eine schnelle Verständigung zwischen Paramount und den klagenden US-Bundesstaaten fordern. In den vergangenen Tagen haben sich die möglichen Konfliktlinien dabei konkreter herausgebildet.

Paramount fordert von den Klägern eine Sicherheitsleistung von 1,88 Mrd. Dollar. Damit sollen mögliche finanzielle Belastungen ausgeglichen werden, die durch eine Verzögerung der geplanten Fusion entstehen. Das zuständige Gericht soll über den Antrag frühestens am 24. September entscheiden. Damit bleibt den Parteien ein begrenztes Zeitfenster für eine mögliche außergerichtliche Einigung.

Eine mögliche Verhandlungslinie zeichnet sich unterdessen bei Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta ab. Bonta hat in einem Interview mit The Hollywood Reporter deutlich gemacht, dass für ihn vor allem strukturelle Abhilfemaßnahmen infrage kommen. Als Beispiel nannte er die mögliche Abgabe einzelner Kabelsender an andere Eigentümer. Reine Zusagen zur künftigen Produktionsmenge von Paramount hält er dagegen nicht für ausreichend.

Auch aus der Kinobranche wächst der Druck auf die Konfliktparteien. Cinema United – Joint Letter to State AGs and Paramount fordert Paramount und Bonta auf, sich möglichst schnell an einen Tisch zu setzen. Der US-Kinoverband verbindet eine mögliche Einigung mit Forderungen nach einer langfristigen Sicherung der Kinofilmproduktion, angemessenen exklusiven Kinoauswertungsfenstern, Schutz der Kinobetreiber vor höheren Kosten und einem fairen Zugang zu den Filmkatalogen von Paramount und Warner Bros.

Unterstützung für eine schnelle Lösung kommt auch aus Los Angeles. Stadt Los Angeles – Stellungnahme von Bürgermeisterin Karen Bass forderte Bass am 20. August eine schnelle Lösung des Konflikts, um Arbeitsplätze und Produktionen in Los Angeles zu schützen. Eine Einigung müsse aus ihrer Sicht substanzielle und durchsetzbare Verpflichtungen enthalten, um Paramount und Warner Bros. Discovery in Los Angeles zu halten sowie Arbeitsplätze, Produktionen und Investitionen in Kalifornien zu sichern.

Die Writers Guild of America (WGA), die selbst gegen die Fusion klagt, kritisierte Bass dagegen scharf. Die Gewerkschaft warnt vor langfristigen Arbeitsplatzverlusten und lehnt eine Lösung ab, die aus ihrer Sicht eine problematische Medienkonzentration lediglich absichern würde.

Wie groß die wirtschaftlichen Risiken einer Fusion sein könnten, zeigt die aktuelle finale Studie des Los Angeles County Department of Economic Opportunity. Demnach könnten über einen Zeitraum von drei Jahren rund 4.500 Arbeitsplätze in der Film- und TV-Industrie im Los Angeles County verloren gehen. Insgesamt beziffert die Untersuchung 10.360 gefährdete Jobjahre. Zudem könnten bis zu 1,26 Mrd. Dollar an Löhnen, 4,06 Mrd. Dollar an Wirtschaftsleistung und 547 Mio. Dollar an Steuereinnahmen betroffen sein. Die Autoren betonen ausdrücklich, dass es sich um ein Risikoszenario und nicht um eine konkrete Entlassungsprognose handelt.

Die Studie verweist damit auf eine Filmwirtschaft, die bereits unter erheblichem Druck steht. Nach Angaben des Berichts sind in Kalifornien seit 2022 bereits mehr als 52.000 Arbeitsplätze in der Film- und TV-Branche verloren gegangen. Das zusätzliche Risiko durch die Fusion würde sich vor allem aus einer möglichen Reduzierung der Produktionsaktivitäten und einer weiteren Verlagerung von Produktionen außerhalb des Großraums Los Angeles ergeben.

Damit stehen sich inzwischen unterschiedliche Interessen gegenüber: Paramount drängt auf einen Abschluss der Transaktion, während Bonta strukturelle Zugeständnisse verlangt. Teile der Kinobranche und die Politik in Los Angeles fürchten vor allem die Folgen einer anhaltenden Unsicherheit für Produktionen und Beschäftigte. Die WGA wiederum sieht in der Fusion selbst ein erhebliches Risiko für die Beschäftigten.

Ob die unterschiedlichen Positionen zu einem Kompromiss führen, könnte sich in den kommenden Wochen entscheiden. Der 24. September, an dem das Gericht frühestens über die von Paramount geforderte Sicherheitsleistung entscheiden soll, liegt nur wenige Tage vor dem für die Transaktion wichtigen Stichtag Ende September. Damit bleibt den Beteiligten ein begrenztes Zeitfenster, um eine außergerichtliche Lösung zu finden.

Quellen: Los Angeles County Department of Economic Opportunity; City of Los Angeles / Office of Mayor Karen Bass; Cinema United; The Hollywood Reporter; Deadline.

 
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