AMC Entertainment steigt dauerhaft in das Filmverleihgeschäft ein. Die weltweit größte Kinokette und US-Marktführerin gründet dafür das neue Label Leawood Films. Im Mittelpunkt sollen Filme mit kleinem und mittlerem Budget stehen, die bereits auf größeren Filmfestivals gezeigt wurden, aber noch keinen US-Verleih haben.

Mit der Gründung baut AMC eine Strategie aus, die das Unternehmen bereits bei den erfolgreichen Konzertfilmen von Taylor Swift und Beyoncé erprobt hat. Zu den bisherigen Eigenveröffentlichungen zählen „Taylor Swift: The Eras Tour“, „Renaissance: A Film by Beyoncé“ und „Taylor Swift: The Official Release Party of a Showgirl“.

Für den Vertrieb in Nordamerika setzt AMC erneut auf Variance, das bereits die drei bisherigen Event-Filme in die Kinos gebracht hat. Den internationalen Vertrieb übernimmt Piece of Magic Entertainment, während AMC selbst für das Marketing verantwortlich sein wird. Die Filme des neuen Labels sollen dabei nicht nur in den eigenen Häusern, sondern auch bei anderen Kinobetreibern weltweit ausgewertet werden.

Leawood Films verfolgt dabei ausdrücklich einen begrenzten Ansatz. Blockbuster sollen nicht zum Programm gehören. Stattdessen will AMC zusätzliche Filme auf die große Leinwand bringen und insbesondere das Angebot an Independent- und Festivalfilmen mit kleinen bis mittleren Budgets erweitern. Die ersten Titel sollen 2027 oder 2028 angekündigt werden.

Für die Kinoauswertung ist zunächst eine exklusive 45-Tage-Kinophase vorgesehen, bevor die Filme als Premium-VoD verfügbar werden. Die Streaming-Sperrfrist soll insgesamt 90 Tage betragen.

Unterstützt wird Leawood Films von einem Beraterteam um den ehemaligen Warner-Bros.-Chairman Toby Emmerich, den früheren Disney-Marketingchef Ricky Strauss und Kyle Davies, der zuletzt bei Bleecker Street tätig war und zuvor im Verleihgeschäft von Paramount arbeitete. Das Team berichtet an AMC-CEO Adam Aron.

AMC versteht Leawood Films nach eigenen Angaben nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Studio- und Vertriebspartnern, sondern als Ergänzung. Ziel sei es, angesichts bestehender Überkapazitäten im Kinomarkt zusätzliche hochwertige Filme ins Kino zu bringen.

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