Die KI-Debatte in der Medienbranche tritt zunehmend in eine praktische Phase ein. Das ist ein zentrales Fazit der MediaTech Hub Conference 2026, die am 29. und 30. September in Babelsberg mehr als 80 internationale Speaker und mehrere hundert Fachleute aus Medien, Technologie und Kreativwirtschaft zusammenbrachte.
Im Mittelpunkt standen dabei konkrete Anwendungen entlang der gesamten Medien-Wertschöpfungskette – von Produktion und Distribution bis zur Publikumsansprache. Bei der „AI Update“-Session wurden unter anderem KI-Anwendungen für Synchronisation und die Weiterverarbeitung großer Filmarchive vorgestellt. Auch deutsche Produktionen wie der vollständig KI-generierte Spielfilm „The Wind Before the Name“ von DREAMKITE Studios oder „VOLCANO HIGH“ von Chapter41 und X Filme Creative Pool dienten als Beispiele für neue Produktionsansätze.
Auf der Virtual Production Stage wurden zudem 3D Gaussian Splatting und virtuelle Umgebungen praktisch demonstriert. Studio-Babelsberg-Chef Jörg Bachmaier plädierte zugleich dafür, schneller zu experimentieren und zu skalieren, dabei aber rechtliche und ethische Rahmenbedingungen für KI-gestützte Filmproduktion zu schaffen.
Neben der Technologie rückte die Frage nach Europas Position im globalen Medienmarkt in den Fokus. Während zentrale Infrastruktur für Distribution, Daten und Monetarisierung überwiegend von US-Plattformen kontrolliert werde, liege Europas Stärke vor allem bei IP und Inhalten. Die Konferenz sieht daher weniger eine vollständige digitale Souveränität als vielmehr eine gezielte Nutzung eigener Stärken als realistische Perspektive.
