Die britische Kulturministerin Lisa Nandy erwägt, die geplante Übernahme des Sender- und Streaminggeschäfts von ITV durch Sky einer vertieften Prüfung im öffentlichen Interesse zu unterziehen. Im Mittelpunkt stehen mögliche Auswirkungen auf die Meinungsvielfalt in den Nachrichtenmedien sowie auf die Breite und Qualität des verfügbaren Programmangebots.

Sky hatte am 6. Juli angekündigt, ITV Media and Entertainment Holdings für bis zu 1,6 Milliarden Pfund übernehmen zu wollen. Die Transaktion umfasst die frei empfangbaren ITV-Sender und die Streamingplattform ITVX, nicht jedoch das Produktionsgeschäft ITV Studios.

Nandy sieht Anlass zu prüfen, ob der Zusammenschluss die Vielfalt der Nachrichtenanbieter und die Zahl unabhängiger Medienkontrolleure beeinträchtigen könnte. Darüber hinaus will sie die Verfügbarkeit eines hochwertigen und vielfältigen Programmangebots auch bei Streamingdiensten als Kriterium für eine Prüfung im öffentlichen Interesse berücksichtigen. Dafür wäre eine Änderung des britischen Mediengesetzes erforderlich, dessen bisherige Regelungen zum Programmangebot vor allem auf das lineare Fernsehen ausgerichtet sind.

Sky und ITV haben bis zum 20. Oktober Zeit, zu den Bedenken Stellung zu nehmen. Eine endgültige Entscheidung über einen formellen Eingriff ist noch nicht gefallen. Sollte Nandy ein Prüfverfahren einleiten, würden die Medienaufsicht Ofcom und die Wettbewerbsbehörde CMA den Zusammenschluss untersuchen.