Berlin, 7. Juli 2025 – Die deutschen Kinoverbände HDF KINO und AG Kino – Gilde fordern in einem gemeinsamen Appell an den Deutschen Bundestag die Fortführung und finanzielle Sicherstellung des Zukunftsprogramms Kino. In der anstehenden Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2025 solle das zentrale Investitionsförderprogramm für Kinos berücksichtigt werden.

Hintergrund ist die derzeitige politische Unsicherheit infolge des Scheiterns der Ampel-Koalition und der damit verbundenen Verzögerung bei der Verabschiedung des Bundeshaushalts. Beide zentralen Säulen der Kinoförderung sind derzeit ausgesetzt. Dabei hatte die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag zugesagt, den Kulturort Kino mit verlässlichen Förderstrukturen zu stärken.

Nach Ansicht der Verbände ist die Situation für viele Kinos kritisch. Das Zukunftsprogramm Kino habe sich seit seiner Einführung im Jahr 2020 als effektives Instrument zur Modernisierung und Sicherung der Kinolandschaft bewährt. Es unterstütze sowohl bauliche als auch technologische und ökologische Investitionen und habe maßgeblich zur Stabilisierung der Branche nach der Pandemie beigetragen.

Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF KINO, betont: „Ohne die Kinos fehlt dem deutschen Film die Basis. Das Programm hat gezeigt, dass Investitionen direkt wirksam werden – für die Betriebe und für das Publikum.“ Der Verband fordert eine jährliche Förderung in Höhe von 40 Millionen Euro, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kinos zu sichern.

Auch Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino – Gilde, verweist auf die Dringlichkeit einer stabilen Förderstruktur: „Die Kinos brauchen Planungssicherheit, um notwendige Investitionen tätigen zu können. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt geht es auch um den Erhalt eines kulturellen Raums mit gesellschaftlicher Relevanz.“

Laut einer Studie der Filmförderungsanstalt (FFA) liegt der jährliche Investitionsbedarf deutscher Kinos bei über 100 Millionen Euro. Die für 2024 bereitgestellten Fördermittel waren innerhalb kürzester Zeit ausgeschöpft. Auch Mittel anderer Fördereinrichtungen sind regelmäßig überzeichnet. Die Bundesländer haben signalisiert, das Programm weiterhin kofinanzieren zu wollen – vorausgesetzt, der Bund übernimmt seinen Teil.

Die Kinoverbände sprechen sich für eine langfristige Verstetigung des Zukunftsprogramms ab 2026 aus. Ziel sei es, die kulturelle Infrastruktur nachhaltig zu sichern und den Filmstandort Deutschland zu stärken.

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