Berlin, 9. Juli 2025 – Nach jahrelangen Verhandlungen haben der Bundesverband Regie (BVR), Netflix und die Gewerkschaft ver.di eine richtungsweisende Einigung erzielt. Für selbstständige Regisseurinnen und Regisseure, die an deutschsprachigen Serienproduktionen von Netflix arbeiten, treten ab sofort verbindliche Gemeinsame Vergütungsregeln (GVR) in Kraft. Die Vereinbarung gilt bis Ende 2030.
Die neuen Regelungen sehen deutlich erhöhte Mindesthonorare vor und führen leistungsabhängige Zusatzvergütungen ein. Zudem werden Boni für Regisseurinnen und Regisseure bei der Produktion von Folgestaffeln festgeschrieben. Ein weiterer Schwerpunkt der Einigung liegt auf dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI), für die erstmals verbindliche Leitlinien innerhalb des Regie-Gewerks definiert wurden.
Mit dieser Übereinkunft wurde ein langjähriger Konflikt zwischen Netflix und dem BVR gütlich beigelegt. Die Gewerkschaft ver.di spielte dabei eine zentrale Vermittlerrolle.
Jobst Oetzmann, Geschäftsführer des BVR, bezeichnet die Einigung als „einen wichtigen Meilenstein für das Regiehandwerk in Deutschland“. Valentin Döring, Justiziar bei ver.di, betont, dass die neuen Regelungen die bisherigen Vergütungsmodelle für Filmteams und Schauspieler ergänzen und die spezifische Rolle der Regisseurinnen und Regisseure angemessen berücksichtigen. Netflix-Labor Relations-Chefin Rachel C. Schumacher sieht in der Vereinbarung eine sinnvolle Erweiterung des bestehenden Rahmens.
Die Einigung signalisiert einen bedeutenden Schritt hin zu mehr Wertschätzung und fairer Bezahlung für kreative Schlüsselfiguren der Film- und Serienbranche.
