Mit einem vollen Haus und optimistischer Stimmung hat in Leipzig die 25. Filmkunstmesse begonnen. Schon der Eröffnungsfilm „Sentimental Value“ von Joachim Trier war binnen einer Stunde ausverkauft – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Faszination für Arthouse-Kino ungebrochen ist. Fünf Tage lang werden rund 1.200 Fachgäste und Kinofans erwartet, um 83 neue Produktionen zu entdecken, an Panels teilzunehmen und sich zu vernetzen.
Auch das Leipziger Publikum kam gleich am ersten Abend auf seine Kosten: Regisseur Julius Grimm stellte seinen Film „Zweigstelle“ persönlich vor, begleitet von Schauspieler Reiner Bock. Ebenfalls auf dem Programm: Kirill Serebrennikovs „Das Verschwinden des Josef Mengele“.
„Wellen des Wandels“ – Kinos als Kulturorte der Zukunft
Parallel zum Festivalbetrieb rückte ein hochkarätig besetztes politisches Panel die Zukunft des Kinos in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Wellen des Wandels“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Förderung und Branche über die Rolle der Kinos in Zeiten von Streaming und KI.
Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino – Gilde, machte klar: „Kinos brauchen verlässliche Förderung, um als Orte der Konzentration und des Austauschs bestehen zu können.“ Auch Peter Dinges von der Filmförderungsanstalt zeigte sich zuversichtlich: In fünf Jahren sehe er die Arthouse-Kinos „in voller Blüte“.
Politiker wie SPD-Medienexperte Martin Rabanus betonten die gesellschaftliche Bedeutung der Lichtspielhäuser: Kinos seien Begegnungsorte, die Vielfalt sichtbar machten und demokratischen Diskurs ermöglichten. Mit einer jährlich geplanten Programmförderung von sieben Millionen Euro ist ein erster Schritt getan. Langfristig fordern Branchenvertreter jedoch zusätzliche Investitionsmittel, damit Häuser modernisiert und zukunftsfähig bleiben können.
Ein Jubiläum mit Signalwirkung
Ob ausverkaufte Vorstellungen oder engagierte Debatten: Die Jubiläumsausgabe der Filmkunstmesse zeigt, wie lebendig und relevant das Kino auch im digitalen Zeitalter bleibt. Leipzig wird in dieser Woche zum Schaufenster für neue Filme – und zum Forum für alle, die an die Kraft des gemeinsamen Filmerlebnisses glauben.
Quellen:
Pressemitteilung „Toller Start ins Jubiläum – Filmkunstmesse eröffnet“
Pressemitteilung „Starke Kinoförderung zum Erhalt der Kulturorte und der Programmvielfalt“
