Am 20. Oktober startet eine neue Ausgabe des Series Lab Hamburg – diesmal mit mediterranem Flair: Die europäische Talentschmiede für Serienentwicklung zieht an den Comer See. Dort kommen 21 Projektteams aus ganz Europa zusammen, um ihre Dramaserien weiterzuentwickeln, an Drehbüchern zu feilen und internationale Partner zu finden.
Kreative Vielfalt und europäische Kooperation
Das dreitägige Lab bietet Autor:innen, Produzent:innen und Showrunner:innen intensive Workshops mit erfahrenen Script Consultants. In kleinen Gruppen wird an Plot, Figuren und Dramaturgie gearbeitet – mit dem Ziel, Stoffe zu stärken, die auf dem europäischen Markt bestehen können. Zum Abschluss dürfen die Teams ihre Projekte in kurzen Pitch-Sessions Vertreter:innen von Sendern, Streaming-Plattformen und Verleihern vorstellen.
Organisiert wird das Format gemeinsam vom Creative Europe Desk Hamburg, dem Media Desk Suisse und dem Creative Europe Desk Italy – unterstützt von zahlreichen weiteren Partnern aus über zehn europäischen Ländern. Zum ersten Mal ist das Lab eine gleichberechtigte Kooperation zwischen Deutschland, Italien und der Schweiz. Austragungsort ist die eindrucksvolle Villa Vigoni in Menaggio, die mit ihrer Lage am Comer See für kreative Konzentration und Austausch gleichermaßen steht.
Europas Serienlandschaft im Wandel
Obwohl die weltweite Serienproduktion zwischen 2022 und 2024 um rund 25 % gesunken ist, bleibt das Interesse an hochwertigen, originellen Inhalten groß. Rund 600 Serienprojekte pro Quartal sind weiterhin in Entwicklung – zunehmend mit europäischer Handschrift. Da US-Produktionen durch wirtschaftliche Restriktionen gebremst sind, rückt der Fokus stärker auf Europa. Besonders Koproduktionen mit öffentlichem Rundfunk gewinnen an Gewicht, während viele Streamer ihre Investitionen zurückfahren.
„Europäische Kreative bringen heute eine enorme Bandbreite an originellen, diversen und relevanten Geschichten hervor“, erklärt Christiane Siemen vom Creative Europe Desk Hamburg. „Das Series Lab zeigt, wie stark die europäische Serienlandschaft geworden ist – und dass Kooperation über Ländergrenzen hinweg der Schlüssel zur Zukunft ist.“
Stimmen aus der Branche
Auch Corinna Marschall vom Media Desk Suisse betont den Wert des grenzüberschreitenden Austauschs: „Für uns als mehrsprachiges Land ist Zusammenarbeit Teil unserer DNA. Dass das Lab diesmal so nah an der Schweiz stattfindet, freut uns besonders – es unterstreicht, wie wichtig internationale Vernetzung für die Entwicklung neuer Serien ist.“
Silvia Sandrone vom Creative Europe Desk Turin hebt die Rolle der italienischen Partner hervor: „Seit der ersten Ausgabe begleiten wir das Series Lab. Die durchweg positiven Rückmeldungen zeigen, dass das Format funktioniert – und der Comer See bietet nun eine besonders inspirierende Kulisse.“
Für Produzentin Andrea Schütte (Tamtam Film, Hamburg) ist die Teilnahme fast schon Tradition: „Das Series Lab ist für uns zu einem festen Bestandteil im Produktionsjahr geworden. Die offene, vertrauensvolle Atmosphäre und die intensive Zusammenarbeit mit Entscheidungsträger:innen und Kreativteams sind unschätzbar wertvoll. In der Retreat-Situation am Comer See können wir diesmal noch fokussierter an unserer Serie arbeiten.“
Vernetzung, Austausch, Zukunft
Zwei Tage lang arbeiten die Teilnehmenden mit fünf renommierten Drehbuchexpert:innen, bevor am dritten Tag das Networking im Mittelpunkt steht. Dort treffen Serienmacher:innen auf internationale Sender, Vertriebe und Plattformen – und knüpfen Kontakte, die oft weit über das Lab hinaus Bestand haben.
Getragen wird das Series Lab von einem starken europäischen Netzwerk: Neben den Creative Europe Desks aus Deutschland, Italien und der Schweiz sind auch Partner aus Österreich, Dänemark, Finnland, Flandern, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Spanien und Wallonie-Bruxelles beteiligt. Unterstützt wird das Programm u. a. von MOIN Filmförderung, Letterbox Filmproduktion, NDR, SRG SSR und der Filmkommission Lombardei.
Fazit: Europas Serienzukunft entsteht gemeinsam
Mit der neuen Ausgabe am Comer See zeigt das Series Lab Hamburg, wie stark die europäische Serienlandschaft geworden ist. Statt Konkurrenz setzt man auf Kooperation, Austausch und kreative Vielfalt – und beweist, dass die spannendsten Geschichten Europas nicht an Grenzen enden, sondern dort erst beginnen.
