Das VTFF-Herbstbarometer 2025 zeigt: Die deutsche Film- und TV-Branche kämpft weiterhin mit Kostendruck, Auftragsflaute und unsicheren Förderbedingungen. Viele Dienstleister blicken pessimistisch auf 2026 – Hoffnung setzen sie auf Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer.
Die deutsche Film- und TV-Dienstleisterbranche steht weiterhin unter starkem wirtschaftlichen Druck. Laut dem aktuellen Herbstbarometer des Verbandes der Technischen Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) gibt es 2025 bislang keine Trendwende. Kostendruck, rückläufige Auftragszahlen und Unsicherheiten bei Fördermitteln belasten die Branche.
Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt
Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen (63 %) berichten von einer angespannten Geschäftslage. Für das laufende Jahr erwarten 72,4 Prozent stagnierende oder sinkende Umsätze. Nur ein kleiner Teil rechnet mit deutlichen Umsatzsteigerungen. Auch für 2026 sind die Aussichten gedämpft: 63,8 Prozent der Dienstleister prognostizieren stagnierende bis sinkende Umsätze, und die Mehrheit erwartet fallende Renditen.
Die Befragten sehen eine Konsolidierung der Branche auf sich zukommen – einschließlich Geschäftsaufgaben, Insolvenzen und Übernahmen. 89,7 Prozent rechnen in den kommenden zwei Jahren mit entsprechenden Entwicklungen, ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Herausforderungen bleiben bestehen
Die technische und kreative Dienstleisterlandschaft – von Studios und Postproduktionsfirmen über VFX- und Virtual-Production-Anbieter bis hin zu Rentalfirmen – sieht sich hohen Kosten, rückläufigen Auftragseingängen und Verlagerungen von Produktionen ins Ausland ausgesetzt. Zudem bemängeln 56,9 Prozent die fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen.
Hoffnung auf Weimer und Reformen
Große Erwartungen setzen die Unternehmen auf den neuen Staatsminister für Kultur und Medien, Dr. Wolfram Weimer. Fast 80 Prozent hoffen auf Maßnahmen zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Branche, rund 72 Prozent wünschen sich besseren Zugang zu Fördermitteln, und 69 Prozent fordern den Abbau bürokratischer Hürden. Über die Hälfte der Befragten erwartet zudem, dass Streamingdienste stärker in deutsche Produktionen investieren, die am Produktionsstandort Deutschland realisiert werden.
VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke betont: „Die technisch-kreativen Dienstleister sind trotz einiger Reformschritte noch nicht aus dem Tal der Tränen heraus. Die Lage vieler Unternehmen ist weiterhin prekär.“ Für einen erfolgreichen Start in das Produktionsjahr 2026 müssten die versprochenen Fördergelder in Höhe von 250 Millionen Euro vollständig zur Verfügung stehen.
