Streamingplattformen wie Netflix, Disney+ und Prime Video sollen künftig einen festen Anteil ihrer Einnahmen in australische Produktionen investieren. Mit dem neuen Gesetz will die Regierung die heimische Film- und Fernsehbranche langfristig stärken – und australische Geschichten sichtbar halten.
Die australische Regierung hat neue Maßnahmen angekündigt, um die Produktion lokaler Inhalte auf internationalen Streamingplattformen zu fördern. Große Anbieter mit mehr als einer Million Abonnenten müssen künftig einen Teil ihrer Umsätze oder Ausgaben in australische Filme, Serien und Dokumentationen investieren.
Laut dem Ministerium für Kommunikation und Künste sollen Streamingdienste künftig mindestens zehn Prozent ihrer jährlichen Gesamtausgaben in Australien oder 7,5 Prozent ihres australischen Umsatzes für neue lokale Inhalte bereitstellen. Die Regelung umfasst insbesondere Drama-, Kinder-, Bildungs- und Dokumentarprogramme.
Kulturminister Tony Burke betonte, das Ziel der Reform sei es, australische Geschichten auch in der globalen Medienlandschaft sichtbar zu halten. „Australierinnen und Australier sollten sich selbst auf dem Bildschirm sehen können“, sagte Burke. „Dieses Gesetz stellt sicher, dass australische Inhalte auf allen Plattformen verfügbar bleiben – egal, welche Fernbedienung man benutzt.“
Kommunikationsministerin Anika Wells hob hervor, dass viele Streamingdienste bereits heute in Australien produzieren. Die neue Verpflichtung solle diese Entwicklung absichern und weiter ausbauen. „Solche Produktionen prägen unsere kulturelle Identität“, so Wells.
Mit der Maßnahme reagiert die Regierung auf die wachsende Dominanz internationaler Streaminganbieter, die traditionelle Fernsehsender zunehmend verdrängen. Branchenverbände begrüßten die geplanten Investitionspflichten als wichtigen Schritt, um lokale Produktionsfirmen zu stärken und Arbeitsplätze in der Kreativwirtschaft zu sichern.
Der Gesetzentwurf soll im Laufe des kommenden Jahres ins Parlament eingebracht werden. Nach einer Übergangsphase ist das Inkrafttreten der neuen Regeln für 2026 geplant.
