Die BKM investiert 2026 so viel wie nie zuvor in Kultur – rund 2,57 Milliarden Euro. Für Kinos bleibt davon jedoch kaum etwas übrig: Investitionsförderung fällt erneut weg, während neue Programme wie „Liebling Kino“ nur die Programmförderung abdecken. Die Branche steht weiter auf eigenen Beinen.

Die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) hat den Haushalt für 2026 vorgestellt – mit einem Rekordvolumen von rund 2,57 Milliarden Euro. Im Vergleich zum laufenden Jahr bedeutet das ein Plus von rund zehn Prozent. Für die breite Kulturszene klingt das nach einem starken Signal, doch für die Kinowelt gibt es einen bitteren Beigeschmack: Die Investitionsförderung für Kinos fällt erneut weg.

Bereits der Regierungsentwurf hatte die Mittel für die Kinoinvestitionsförderung außen vor gelassen. Nach der Bereinigungssitzung des Haushaltsplans bleibt es dabei: Abseits einzelner Umschichtungen sind keine zusätzlichen Mittel für Modernisierungen oder Bauprojekte vorgesehen. Das neue Förderformat „Liebling Kino“, das die bisherigen FFA-Programme und Kinoprogrammprämien ablöst, deckt nur die inhaltliche und programmatische Förderung ab, nicht jedoch Investitionen in Infrastruktur.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer betont in der BKM-Mitteilung die Bedeutung des Rekordetats: Mit den Mitteln wolle man die kulturelle Vielfalt Deutschlands erhalten, die Jugend stärker einbinden und historische Erinnerung sichern. Besonders hervorgehoben werden die geplanten Programme zur kulturellen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen – allerdings stehen hierfür nur rund 1 Million Euro zur Verfügung. Für die Filmwirtschaft wirkt diese Summe im Vergleich zur Rhetorik des Ministeriums eher überschaubar.

Aus Sicht der Branche zeigt die Mitteilung deutlich, dass die Bundesregierung die Kulturförderung insgesamt stärkt, die Kinos jedoch erneut bei Investitionen im Regen stehen lässt. Für Verleiher, Kinoveranstalter und Produzenten bedeutet das, dass geplante Modernisierungen und technologische Updates weiterhin nur begrenzt unterstützt werden.

Fazit: Der Rekordetat der BKM ist ein positives Signal für die deutsche Kulturlandschaft, für die Kinos bleibt die Finanzierungslücke jedoch bestehen. Die Branche muss weiter auf alternative Fördermöglichkeiten und Kooperationen setzen, um dringend nötige Investitionen realisieren zu können.

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