Beim 55. Internationalen Filmfestival Rotterdam (IFFR) stand in diesem Jahr der Displacement Film Fund im Mittelpunkt. Die Initiative, die 2025 auf Betreiben von Cate Blanchett ins Leben gerufen wurde, unterstützt Filmschaffende, die aufgrund von Krieg, Vertreibung oder politischen Einschränkungen nicht in ihrer Heimat arbeiten können. Ziel des Fonds ist es, diesen Kreativen eine Stimme zu geben und ihre persönlichen Geschichten einem internationalen Publikum zugänglich zu machen.
Die erste Runde des Fonds hat bereits fünf Kurzfilme hervorgebracht, darunter Werke von Filmemachern aus Syrien, der Ukraine, Somalia, dem Iran und Afghanistan. Die Filme greifen Themen wie Flucht, Trauma, Heimatverlust und Selbstbestimmung auf und zeigen eindrucksvoll die unterschiedlichen Perspektiven von Menschen im Exil. So erzählt Hasan Kattan in Allies in Exile von seiner Flucht aus dem zerstörten Aleppo, während Shahrbanoo Sadat in Super Afghan Gym humorvoll und gleichzeitig bewegend das Leben von Frauen in einem heimlichen Trainingsraum in Kabul schildert. Mohammad Rasoulof beschäftigt sich in Sense of Water mit der Frage, wie man als Künstler in einem fremden Land eine neue künstlerische Sprache finden kann.
Bei der Präsentation der Filme betonte Blanchett die Bedeutung von Geschichten, die Einblicke in Erfahrungen jenseits der eigenen Welt eröffnen. Sie hob hervor, dass jeder Film einzigartig sei, aber zusammen ein vielfältiges Bild von Vertreibung und Exil zeichne, das Empathie und Verständnis fördere. Auch die Filmemacher selbst sprachen über die persönliche Bedeutung ihrer Projekte und darüber, wie ihre Filme Fragen von Identität, Heimat und Zugehörigkeit reflektieren.
Im Rahmen der Pressekonferenz kündigte Blanchett die zweite Runde des Displacement Film Fund an. Unterstützt wird diese erneut von Partnern wie MASTER MIND, UNIQLO, der Tamer Family Foundation und der Amahoro Coalition, ergänzt durch die SP Lohia Foundation. Wie in der ersten Runde sollen auch diesmal Kurzfilme gefördert werden, die den Erfahrungshorizont von Exil-Filmemachern auf die Leinwand bringen. Der Hubert Bals Fund bleibt Managementpartner, während der UNHCR strategischer Partner bleibt, um den humanitären Bezug zu unterstreichen.
Mit dem Fonds schafft das IFFR nicht nur eine plattformübergreifende Förderung für Exil-Filmemacher, sondern setzt zugleich ein Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit in der Filmwelt. Die Initiative zeigt, wie Filmförderung gesellschaftliche Relevanz mit kreativer Innovation verbinden kann und eröffnet internationalen Talenten neue Chancen, ihre Geschichten einem breiten Publikum zu erzählen.
