Die Bundesregierung hat eine gesetzliche Investitionsverpflichtung für Streamingdienste und TV-Sender beschlossen. Die Einigung sieht vor:
Mindestinvestitionsquote: 8 %
Subquoten für unabhängige Produktionen, deutschsprachige Werke und Kino
Rechterückbehalt für Produzent:innen
Freigabe blockierter Fördermittel: 250 Millionen Euro, um Planungssicherheit zu schaffen
Positive Reaktionen der Branche
PROG – Producers of Germany bezeichnet die Einigung als „Beginn einer neuen Zeitrechnung der deutschen Filmbranche“ und lobt Subquoten, Rechterückbehalt und Vorgaben für deutschsprachige Werke als zentrale Erfüllung der Verbandsforderungen.
Die Produktionsallianz (PA) nennt die Regelung einen „belastbaren Kompromiss“ und betont, dass die politische Unterstützung für unabhängige Produzent:innen Planungssicherheit und Investitionsanreize bietet.
Der VTFF äußerte ebenfalls Zustimmung.
Kritische Stimmen
VAUNET, der Verband privater Medienunternehmen, bezeichnet die Einigung als „herbe Enttäuschung für die Medienbranche“ und weist auf verfassungs- und europarechtliche Risiken hin. Kritisiert werden insbesondere:
Die hohe Mindestquote
Subquoten und Vorgaben zur Rechteteilung
VAUNET fordert, dass die gesetzliche Regelung stärker am europäischen Durchschnitt ausgerichtet wird und bevorzugt freiwillige Förderinstrumente wie Tax-Incentives.
Sven Lehmann, Vorsitzender des Kulturausschusses, betont, dass die Regelung „kein Feigenblatt“ sein dürfe. Er kritisiert die niedrige Mindestquote, unklare Regeln bei Nichterfüllung und fordert langfristige Investitionsanreize, etwa über steuerliche Maßnahmen.
Chancen und offene Fragen
Die Einigung soll:
Die Finanzierung von deutschsprachigen und unabhängigen Produktionen sichern
Den Standort Deutschland stärken
Die Branche international wettbewerbsfähiger machen
Gleichzeitig bleiben Fragen offen:
Reicht die achtprozentige Mindestquote aus?
Wie werden Rechterückbehalt und Subquoten praktisch umgesetzt?
Welche Rolle könnten alternative Förderinstrumente wie Tax-Incentives künftig spielen?
Fazit
Die Investitionsverpflichtung ist ein wichtiger Schritt für den deutschen Film- und Serienstandort. Sie sichert Fördermittel, unterstützt unabhängige Produzent:innen und schafft Planungssicherheit. Die kommenden Monate werden zeigen, wie effektiv die Regelung Investitionen stimuliert und welche Auswirkungen sie auf neue Produktionen, internationale Kooperationen und die Wertschöpfungskette der Branche hat.
Quellen:
Produktionsallianz & VTFF (2026): Pressemitteilungen zur gesetzlichen Investitionsverpflichtung und Freigabe der Filmfördermittel. Offizielle Websites: Produktionsallianz, VTFF
PROG – Producers of Germany (2026): „Endlich. Der Durchbruch!“, Pressemitteilung
VAUNET (2026): „VAUNET kritisiert die gesetzliche Investitionsverpflichtung“, Pressemitteilung
Marc Mensch (05.02.2026): Berichterstattung zu Reaktionen der Produzentenschaft und Politik, veröffentlicht in diversen Fachmedien, z. B. EFM / Berlinale
