Der European Film Market (EFM) öffnet vom 12. bis 18. Februar 2026 im Rahmen der 76. Berlinale seine Tore. Dieses Jahr ist die Botschaft des größten europäischen Filmmarkts besonders eindeutig: Das Geschäft ist nicht „zurück“ wie früher — aber es bewegt sich spürbar und in mehreren Richtungen gleichzeitig. Der EFM hat sein Programm erweitert und reagiert damit auf die veränderten Anforderungen der Branche.

Breiteres Programm, klarere Ausrichtung

Der diesjährige EFM zeigt, wohin sich die Branche entwickelt. Neben dem klassischen Marktgeschehen gibt es neue Schwerpunkte:

  • EFM Animation Days als eigene Plattform für Animationsprojekte.

  • EFM Beyond, ein Bereich für Innovation, neue Geschäftsmodelle und Cross‑Media‑Strategien.

  • Das Programm rückt stärker auf Themen wie Technologie, Finanzierung und IP‑Vermarktung ausgerichtet.

  • Außerdem werden Start‑ups, Investor‑Foren und Nachwuchsförderung (beispielsweise über einen Film‑School‑Summit) stärker eingebunden.

Diese Ausweitungen ersetzen nicht das klassische Handelsgeschäft, aber sie machen den Markt für ein breiteres Publikum und neue Formen der Projektentwicklung attraktiv.

Marktstimmung: kein Boom, aber Bewegung

Ein Blick auf das Sundance‑Festival im Januar zeigt: Es gibt wieder spürbare Aktivität. Zwar herrscht keine Kauf‑Euphorie, doch wurden dort mehrere Deals abgeschlossen – und das schneller als in den letzten Jahren. Zudem beobachteten Brancheninsider eine steigende Anzahl neuer und expandierender Käufer, was die Marktstimmung belebt.

2026 dürfte der EFM zeigen, ob diese vorsichtige Optimismus‑Tendenz auch tatsächlich in konkrete Marktbewegungen und Deals in Berlin mündet.

Was Käufer 2026 wirklich suchen

Der Markt hat sich verändert: Filme werden weiterhin verkauft, aber zu anderen Bedingungen als noch vor ein paar Jahren. Fixe Vorauszahlungen sind kleiner, weniger Territorien werden vergeben, und der Fokus liegt auf klar belegbaren Werten statt auf unrealistischen Erwartungen.

Die Branche teilt sich zunehmend in zwei Lager:

  • Große Player, die mit breitem Angebot und strategischer Fensterkontrolle arbeiten.

  • Kleinere Spezialisten, die präzise und clever verhandeln, um lukrative Nischen zu finden.
    Die unsicherste Position haben Firmen, die weder groß noch agil sind und versuchen, an alten Modellen festzuhalten.

EFM wird also nicht nur Verkaufsplattform sein, sondern auch ein Ort, an dem klar wird, welche Projekte echte Marktchancen haben.

Marktdaten sprechen eine klare Sprache

Ein deutliches Indiz für die neue Markt‑Realität: Was früher in 20‑35 Regionen verkauft wurde, schafft heute oft nur noch 8–18 Territorien.

Doch einige Gebiete bleiben relativ stabil:

  • Frankreich hält solide Mindestgarantien für viele Titel.

  • Japan zahlt selektiv für Genre‑Filme.

  • Golf‑Regionen zeigen Wachstum bei bestimmten kommerziellen Titeln.
    Andere bedeutende Märkte hingegen tendieren zu geringeren Vorschüssen oder umsatzabhängigen Beteiligungen.

Was im Verkauf besonders gefragt ist

Die Titel, die auf dem EFM 2026 voraussichtlich am stärksten ziehen, sind solche mit klarer kommerzieller Ausrichtung – sei es durch bekannte Schauspieler, starke Genre‑Identität oder eindeutige Marktlogik. Beispiele hierfür sind Produktionen mit Prominenz wie Benedict Cumberbatch oder Ana de Armas, sowie genre‑ und festivalgeeignete Werke verschiedener Anbieter.

Neue Segmente und Strategien im EFM

Zwei Entwicklungen sind für Produzenten und Verkäufer besonders wichtig:

  1. Animation wird als eigener Marktbereich etabliert und richtet sich an internationale Partner.

  2. Cross‑IP‑Strategien und neue Geschäftsmodelle stehen stärker im Mittelpunkt, etwa im Rahmen von EFM Beyond.

Zusätzlich zeigt der Fokus auf Länder wie Marokko, dass internationale Koproduktionen und standort‑basierte Strategien immer wichtiger werden. Zudem werden Genre‑Projekte in einem speziellen Showcase präsentiert, was zeigt, dass solche Stoffe auch international weiterhin stark nachgefragt werden.

Fazit: EFM 2026 als Reifeprüfung

Der EFM 2026 markiert keinen Rückkehr‑Boom, sondern eine Phase, in der sich der Markt neu sortiert und klare Regeln etabliert. Branchenakteure, die ihre Projekte geschickt strukturieren und realistische Erwartungen an Preis und Verwertung haben, könnten dort besonders erfolgreich sein.

FILMTAKE berichtet ausführlich.

 
Bild mit KI generiert, Chat-GPT