Berlin, 10. Februar 2026 – Nach der jüngsten Einigung auf eine Investitionsverpflichtung gilt die Produktionsförderung für deutsche Filme als gestärkt. Während das Bundesministerium für Kultur und Medien (BKM) diesen Schritt als Abschluss der Filmförderreform wertet, warnen Kino- und Festivalverbände vor möglichen Lücken in der Umsetzung: Ohne gezielte Förderung von Abspielstätten und Festivals drohe der Effekt der Reform abzublassen.
Die Verbände HDF Kino, AG Kino-Gilde, Bundesverband kommunale Filmarbeit und AG Filmfestival betonen, dass Kinos und Festivals entscheidend für die Sichtbarkeit und den Erfolg deutscher Filme sind. Sie fordern daher, dass die Reform konsequent fortgesetzt wird – insbesondere mit einem Ausbau der Fördermittel für Kinos und Festivals.
Zentrale Forderungen der Verbände:
Erhöhung der Fördermittel im Bundeshaushalt 2027: Um langfristige Planbarkeit zu gewährleisten, sollen Mittel für Kinos und Festivals verbindlich eingeplant werden. Bestehende Programme wie die Kinoprogrammprämie „Liebling Kino“ und das Zukunftsprogramm Kino sollen gestärkt werden.
Schnelle Umsetzung des Zukunftsprogramms Kino: Die Verbände plädieren dafür, die vorgesehenen Mittel von 10 Millionen Euro bereits 2026 verfügbar zu machen, um dringend notwendige Investitionen in Technik, Infrastruktur und Publikumsarbeit zu ermöglichen.
Kino und Kinofilm als Kern der Förderung: Die Förderung hochwertiger kinotauglicher Produktionen müsse weiterhin Priorität haben, um den Kinostart und die Wahrnehmung deutscher Filme zu sichern.
Schutz der Kinoauswertung bei Konzernübernahmen: Im Kontext der Übernahme von Warner Bros. plädieren die Verbände für klare europäische Rahmenbedingungen, die Anzahl und Dauer von Kinoproduktionen sichern und faire Marktbedingungen gewährleisten.
Die Verbände weisen darauf hin, dass Kinos zunehmend selbst für Investitionen in Projektionstechnik, Infrastruktur und Marketing aufkommen müssen – zusätzlich zu neuen Herausforderungen wie KI-Anwendungen. Planbarkeit und Verlässlichkeit in der Förderung seien daher für die Abspiel- und Festivallandschaft ebenso wichtig wie für die Filmproduktion selbst.
Die Diskussion über die vollständige Umsetzung der Filmförderreform gewinnt vor dem Hintergrund des wachsenden internationalen Wettbewerbs an Bedeutung. Für deutsche Produzenten, Kinos und Festivals sei jetzt die Gelegenheit, das aktuelle Momentum zu nutzen, um Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Mehrwert des deutschen Films nachhaltig zu sichern.
