Die österreichische Filmbranche drängt auf die rasche Einführung einer gesetzlichen Investitionsverpflichtung für Streamingplattformen. Vertreter:innen von Produzenten, Kreativen und Branchenverbänden forderten im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien verbindliche Regelungen, die zusätzliche Mittel für heimische Film- und Serienproduktionen sichern sollen. Grundlage der Forderungen ist eine offizielle Mitteilung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Nach Angaben der Branche steht der Filmstandort trotz internationaler Erfolge unter Druck. Eine starke Präsenz österreichischer Produktionen auf Festivals sowie zuletzt erfolgreiche Kinotitel stünden einem Rückgang verlässlicher Fördermittel gegenüber. Kürzungen bestehender Programme hätten die Planbarkeit neuer Projekte erschwert. Ohne zusätzliche Finanzierungsinstrumente drohten weniger Produktionen und Beschäftigungseinbußen.
Als Lösung wird ein verpflichtendes Investitionsmodell vorgeschlagen: Streamingdienste sollen einen festen Anteil ihrer in Österreich erzielten Umsätze in lokale Produktionen reinvestieren. Diskutiert wird eine Quote von insgesamt 25 Prozent, bestehend aus direkten Investitionen in Projekte sowie einem ergänzenden solidarischen Beitrag. Die Regelung soll für alle Anbieter gelten, unabhängig vom Geschäftsmodell.
Aus Sicht der Branche könnten so kontinuierliche Finanzierungsströme entstehen, die Produktionsvolumen, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stabilisieren. Vertreter:innen fordern eine gesetzliche Umsetzung noch im laufenden Jahr.
Die Debatte steht auch im Zusammenhang mit regulatorischen Entwicklungen in anderen europäischen Ländern. Nachdem mehrere Staaten bereits Investitions- oder Abgabemodelle für Streaminganbieter eingeführt haben, wird das Thema zunehmend als Bestandteil der Standortpolitik für audiovisuelle Produktionen betrachtet.
