Im Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery (WBD) ist eine neue Phase erreicht. Nach Ablauf eines einwöchigen Verhandlungsfensters hat Paramount Global ein überarbeitetes Angebot vorgelegt. Der Vorstand von Warner teilte daraufhin mit, dass der neue Vorschlag „vernünftigerweise erwartet werden kann“, zu einer sogenannten „Company Superior Proposal“ im Sinne der bestehenden Fusionsvereinbarung mit Netflix zu führen.

Eine abschließende Entscheidung, ob es sich tatsächlich um ein überlegenes Angebot handelt, hat das Gremium jedoch nicht getroffen. Die bestehende Vereinbarung mit Netflix bleibt in Kraft, der Vorstand empfiehlt diese Transaktion weiterhin. Gleichzeitig kündigte Warner an, weitere Gespräche mit Paramount zu führen, um zu prüfen, ob ein entsprechender Status erreicht werden kann.

Inhalte des überarbeiteten Angebots

Nach Angaben von Paramount umfasst das revidierte Angebot einen Kaufpreis von 31 US-Dollar je WBD-Aktie in bar. Hinzu kommt eine zusätzliche Gebühr bis zum Vollzug der Transaktion, die einer quartalsweisen Zahlung von 0,25 Dollar entspricht und ab dem 30. September 2026 greifen soll.

Für den Fall, dass die Transaktion aus regulatorischen Gründen nicht abgeschlossen werden kann, sieht das Angebot eine Zahlung von sieben Milliarden US-Dollar an Warner vor. Zudem würde Paramount eine mögliche Vertragsstrafe in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar übernehmen, die im Falle einer Kündigung der Netflix-Vereinbarung anfallen könnte.

Darüber hinaus verpflichtet sich Paramount, zusätzliche Eigenkapitalmittel bereitzustellen, soweit diese zur Unterstützung der von kreditgebenden Banken geforderten Solvenzbescheinigung erforderlich sind. Ebenfalls Teil des Angebots ist eine angepasste Definition des Begriffs „wesentliche nachteilige Auswirkungen auf das Unternehmen“ („Material Adverse Effect“), die die Performance des Geschäftsbereichs Global Linear Networks von WBD ausdrücklich ausnimmt.

Paramount begrüßte in einer eigenen Mitteilung die Entscheidung des Warner-Vorstands, weitere Gespräche zu führen, und erklärte, man freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit, um die Vorteile des Angebots für Aktionäre, Kreativbranche und Verbraucher zu realisieren.

Formeller Ablauf und Rechte von Netflix

Sollte der Warner-Vorstand zu dem Schluss kommen, dass das Paramount-Angebot eine „Company Superior Proposal“ darstellt, würde gemäß der bestehenden Fusionsvereinbarung mit Netflix eine vier Werktage umfassende Frist beginnen. Innerhalb dieses Zeitraums hätte Netflix die Möglichkeit, seinerseits Änderungen an der bestehenden Vereinbarung vorzuschlagen.

Bis zu einer solchen Entscheidung bleibt die Netflix-Transaktion formell bestehen. Warner betonte, dass Aktionären derzeit keine Maßnahmen im Zusammenhang mit dem geänderten Paramount-Angebot empfohlen werden.

Mehr als eine Eigentumsfrage

Der mögliche Verkauf von Warner Bros. Discovery wird unterdessen nicht allein als Frage des Kaufpreises oder der Kontrolle interpretiert. Das Branchenportal Filmtake verweist darauf, dass der Vorgang über einen reinen Eigentümerwechsel hinausreiche. Demnach berühre die Entscheidung grundlegende strategische Fragen zur künftigen Ausrichtung eines der großen Hollywood-Studios.

Filmtake hebt hervor, dass unterschiedliche Geschäftsmodelle aufeinandertreffen könnten: Einerseits die Integration in ein global ausgerichtetes Streaming-Ökosystem, andererseits ein stärker studio- und distributionsorientierter Ansatz mit klassischer Kinoauswertung und IP-getriebener Struktur. Die Wahl des künftigen Eigentümers könne damit auch Einfluss auf Fragen der Auswertungsfenster, der Marktstruktur und der strategischen Positionierung im internationalen Wettbewerb haben.

Vor diesem Hintergrund wird der laufende Prozess nicht nur als Übernahmeofferte, sondern als mögliche Weichenstellung für die weitere Entwicklung der Film- und Fernsehbranche gewertet.

Offene Entscheidung

Eine endgültige Entscheidung über die Einstufung des Paramount-Angebots steht aus. Warner Bros. Discovery kündigte an, weitere Beratungen zu führen und die Aktionäre nach Abschluss der Prüfung zu informieren. Bis dahin bleibt die Empfehlung zugunsten der Netflix-Transaktion bestehen.

Damit ist der Ausgang des Bieterwettstreits weiterhin offen.

Paramount Global, Paramount bestätigt überarbeitetes Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery, 24. Februar 2026

Warner Bros. Discovery, Board prüft neues Angebot von Paramount, 24. Februar 2026

 
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