Mehrere führende Verbände der deutschen Kinowirtschaft haben anlässlich der laufenden Debatten um die Filmförderpolitik eine erneute Forderung nach einer verstetigten Investitionsförderung für Kinos formuliert. In einer gemeinsamen Erklärung fordern der HDF Kino, die AG Kino – Gilde, der Bundesverband kommunale Filmarbeit und die AG Filmfestival, dass das Zukunftsprogramm Kino ab 2027 wieder mit verlässlichen Mitteln ausgestattet wird.
Laut den Verbänden besteht ein jährlicher Investitionsbedarf von über 100 Millionen Euro, etwa für technische Modernisierung, energetische Sanierung und die Attraktivität der Häuser. Vor diesem Hintergrund halten sie einen Grundstock von 30 Millionen Euro pro Jahr im Bundeshaushalt für zwingend notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kinos zu sichern.
Die Verbandsvertreter wiesen darauf hin, dass viele Kinos derzeit „strukturell am Limit“ wirtschaften. Rücklagen für notwendige Investitionen seien kaum vorhanden, weshalb Planungssicherheit und verlässliche Förderinstrumente entscheidend seien, um ein erneutes Kinosterben zu verhindern. In der Vergangenheit habe das Zukunftsprogramm Kino dazu beigetragen, die regionale Kinolandschaft trotz der Herausforderungen der Pandemie zu stabilisieren.
Zudem betonen die Verbände, dass die Filmreform ihre volle Wirkung nur entfalten könne, wenn nicht nur Produktion und Vertrieb, sondern auch die Kinoauswertung gestärkt würden. Ohne moderne, gut ausgestattete Kinostandorte könnten viele Filme ihre Zielgruppen nicht erreichen, was sich negativ auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirke.
In ihrer Erklärung verweisen die Verbände auch auf bestehende Koalitionsversprechen, in denen eine Stärkung der Kinoinfrastruktur festgeschrieben sei, und fordern, diese Zusagen im kommenden Haushaltsjahr umzusetzen.
