Die Writers Guild of America (WGA) hat die Details ihres neuen Vierjahresvertrags mit der AMPTP veröffentlicht. Herzstück der Einigung ist eine massive Finanzspritze der Studios in die Krankenversicherung der Autor:innen – gleichzeitig steigen jedoch die Eigenbeiträge der Mitglieder spürbar.

Nach Angaben der Gewerkschaft zahlen die Studios insgesamt rund 321 Millionen US-Dollar in den WGA-Health-Fund ein. Damit wird ein drohendes strukturelles Defizit abgefedert, das sich in den vergangenen Jahren auf rund 200 Millionen Dollar summiert hatte. Die Beiträge markieren einen deutlichen Sprung gegenüber der letzten großen Anpassung 2017, als die AMPTP noch rund 65 Millionen Dollar beigesteuert hatte.

Höhere Beiträge für Mitglieder

Im Gegenzug werden die Kosten für die Autor:innen selbst angehoben. Künftig zahlen Mitglieder 75 Dollar monatlich für Einzelversicherungen und 200 Dollar für Familienversicherungen – zuvor war die Einzelversicherung beitragsfrei, Familien zahlten 50 Dollar.

Zudem wird die Einkommensgrenze für den Zugang zum Versicherungsschutz um zehn Prozent angehoben. Auch Selbstbehalte und Obergrenzen bei Eigenbeteiligungen werden angepasst.

Streaming-Beteiligung steigt

Eine der wenigen direkten Verbesserungen für Mitglieder betrifft die Vergütung im Streaming-Segment. Der Erfolgsbonus steigt von 50 auf 75 Prozent der Grundvergütung – ein Punkt, der vor allem angesichts der weiter wachsenden Bedeutung von Streamingplattformen als Erlösmodell ins Gewicht fällt.

KI bleibt unverbindlich geregelt

Weniger weitreichend fallen die Regelungen zum Thema Künstliche Intelligenz aus. Die Studios verpflichten sich lediglich, die WGA zu informieren, wenn Werke von Autor:innen für das Training von KI genutzt werden. Eine Vergütungspflicht für Trainingsdaten konnte die Gewerkschaft nicht durchsetzen. Stattdessen soll der Austausch zu KI-Themen fortgeführt werden.

Einordnung

Der neue Vertrag stabilisiert vor allem die angeschlagene Finanzierung der WGA-Krankenversicherung, verlagert die Last aber teilweise auf die Mitglieder selbst. Gleichzeitig bleibt der große strukturelle Konflikt rund um KI-Urheberrechte vorerst ungelöst – trotz der massiven Umbrüche, die die Technologie in der Branche bereits auslöst.