Österreich und Indien haben ein neues Koproduktionsabkommen im Filmbereich unterzeichnet, das die Zusammenarbeit beider Länder in der Filmproduktion deutlich ausweiten soll. Ziel ist es, von reinen Service-Drehs hin zu vollwertigen, gemeinsamen Filmproduktionen zu gelangen.

Unterzeichnet wurde das Abkommen im Rahmen eines Besuchs des österreichischen Wirtschaftsministers Wolfgang Hattmannsdorfer in Indien. Nach Angaben des Ministeriums markiert die Vereinbarung einen „grundlegenden Systemwechsel“ in der bisherigen Zusammenarbeit.

Von Serviceproduktionen zu echten Koproduktionen

Bisher konnten internationale Filmteams in Österreich vor allem als Serviceproduktionen drehen. Dabei wurde zwar in Österreich produziert, kreative Kontrolle, Finanzierung und Rechte lagen jedoch vollständig bei ausländischen Partnern.

Das neue Abkommen ermöglicht nun echte Koproduktionen zwischen österreichischen und indischen Produzenten. Diese können Projekte künftig gemeinsam entwickeln, finanzieren und umsetzen. Auch die kreative Verantwortung sowie die Rechteverwertung werden geteilt. Zudem erhalten Produzenten Zugang zu Förderinstrumenten in beiden Ländern.

Österreich als Dreh- und Kreativstandort stärken

Das Wirtschaftsministerium sieht in dem Abkommen einen strategischen Schritt zur Stärkung des Filmstandorts Österreich. Ziel ist es, mehr internationale Produktionen ins Land zu holen und die heimische Kreativwirtschaft zu stärken. Gleichzeitig soll die österreichische Filmbranche bessere Zugangsmöglichkeiten zum indischen Markt erhalten.

Indien gilt mit seiner Filmindustrie rund um Bollywood als einer der größten Filmmärkte der Welt. Die Kooperation soll daher nicht nur kulturellen Austausch fördern, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffnen.

Wirtschaftliche Effekte über die Filmbranche hinaus

Laut Ministerium gelten internationale Service- und Koproduktionen als wichtiger Wachstumsmotor der audiovisuellen Industrie. Die Effekte reichen dabei über die Filmwirtschaft hinaus und betreffen auch Tourismus, Hotellerie, Transport sowie technische Dienstleistungen.

Wenn internationale Produktionen in Österreich drehen, profitieren zahlreiche Branchen gleichzeitig von zusätzlicher Wertschöpfung. Auch der Tourismussektor sieht Potenzial: Indien zählt bereits zu den wachstumsstärksten Herkunftsmärkten für Österreich, mit steigenden Besucherzahlen und überdurchschnittlichen Tagesausgaben.

Perspektive

Mit dem neuen Abkommen positioniert sich Österreich stärker im Wettbewerb um internationale Filmproduktionen. Gleichzeitig wird die Tür für österreichische Produzenten in einem der dynamischsten Filmmärkte der Welt geöffnet.

Die Vereinbarung könnte damit nicht nur die Produktionslandschaft in Österreich verändern, sondern auch neue Formen internationaler Zusammenarbeit in der Filmwirtschaft anstoßen.

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Bild: © Paxabay