Der Deutsche Drehbuchverband (DDV) und RTL Deutschland haben sich nach rund zweijährigen Verhandlungen auf neue Gemeinsame Vergütungsregeln (GVR) für fiktionale Primetime-Produktionen geeinigt. Die Vereinbarung sieht erstmals eine systematische Erfolgsbeteiligung für Drehbuchautor*innen vor.
Die neuen Regelungen umfassen zwei Bereiche: Die GVR Primetime Fiction I gilt rückwirkend für alle fiktionalen Auftragsproduktionen von RTL und VOX aus den Jahren 2010 bis 2021. Die GVR Primetime Fiction II regelt alle Produktionen ab 2022 und zukünftige Projekte.
Zentraler Bestandteil beider Vereinbarungen ist ein Reichweitenmodell zur Erfolgsbeteiligung. Ein finanzieller Erfolgsfall tritt ein, wenn die durchschnittliche Zuschauerreichweite der ersten drei Ausstrahlungen eines Formats die sogenannte Referenzreichweite um mindestens 40 Prozent übertrifft oder wenn bestimmte Erlösschwellen im internationalen Vertrieb überschritten werden. Zusätzlich sind Beteiligungen an Erlösen aus dem Verkauf von Formatrechten vorgesehen.
Für die neuere Regelung (GVR Primetime Fiction II) wurden außerdem die Fälligkeitsmodalitäten der Vergütung angepasst, um die Auszahlung transparenter und planbarer zu gestalten.
Vertreter beider Seiten betonen die Bedeutung der Einigung. RTL hebt hervor, dass die Vergütung kreativer Leistungen stärker am wirtschaftlichen Erfolg der Inhalte ausgerichtet werde. Der DDV bewertet den Abschluss als wichtigen Schritt hin zu besseren Beteiligungsstrukturen für Drehbuchautor*innen in der deutschen Fernsehproduktion.
Mit der Einigung wird ein langwieriger Verhandlungsprozess abgeschlossen, der die Vergütungsbedingungen für fiktionale Inhalte im deutschen Privatfernsehen neu definiert und insbesondere die Rolle der Autor*innen im Erfolgsfall ihrer Werke stärkt.
