Der Deutscher Drehbuchverband hat bei seiner Frühlingsklausur in Potsdam seine inhaltlichen Schwerpunkte für 2026 festgelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei Künstliche Intelligenz, Geschlechtergerechtigkeit, Vergütungsfragen sowie die Ausbildung des Branchennachwuchses.

Der Verband zählt nach eigenen Angaben inzwischen über 770 Mitglieder und sieht sich weiterhin auf Wachstumskurs. Organisiert wird die Arbeit durch einen 13-köpfigen Vorstand sowie zahlreiche thematische Arbeitsgruppen.

KI und Rechtefragen als zentraler Konfliktpunkt

Ein Schwerpunkt der Agenda bleibt der Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Film- und Serienproduktion. Nach Einschätzung des Verbands bauen Produzenten, Streamer und Sender KI-Infrastrukturen weiter aus, während rechtliche Rahmenbedingungen und Nutzungsmodelle für Autor:innen noch unklar seien.

Der DDV kritisiert insbesondere fehlende Transparenz bei der Rechteverwertung. Autor:innen würden zunehmend unter Druck geraten, umfassende Nutzungsrechte abzugeben, ohne klare Informationen über den späteren Einsatz ihrer Werke zu erhalten. Der Verband fordert daher verbindliche Standards für Transparenz, Vergütung und den Schutz kreativer Leistungen.

Geschlechtergerechtigkeit und Honorarstrukturen

Auch die Vergütungsstrukturen innerhalb der Branche bleiben ein zentrales Thema. Interne Erhebungen des Verbands deuten laut DDV weiterhin auf einen Gender Pay Gap zwischen Autorinnen und Autoren hin.

Mit den Zielsetzungen „50:50“ sowie „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ will der Verband das Thema systematisch adressieren. Die zuständige Arbeitsgruppe arbeitet laut Vorstand an konkreten Maßnahmen zur Angleichung der Honorare.

Fortschritte bei Gemeinsamen Vergütungsregeln

Im Bereich der Vergütungsmodelle verweist der DDV auf bestehende Vereinbarungen mit großen Marktteilnehmern. In den vergangenen Monaten seien unter anderem Regelungen mit der ARD, Netflix und RTL Deutschland abgeschlossen worden.

Weitere Verhandlungen seien im Gange, zudem strebt der Verband eine entsprechende Regelung für den Kinobereich an.

Fokus auf Ausbildung und Nachwuchs

Neu stärker in den Fokus rückt die Ausbildungssituation von Drehbuchautor:innen an Hochschulen. Der Verband berichtet von wachsendem Unmut insbesondere jüngerer Mitglieder und kündigt eine umfassende Analyse der Lehre an deutschen Ausbildungsstätten an.

Fazit: Verband sieht sich im Aufwind

Abschließend betont der Vorstand den internen Zusammenhalt und die wachsende Bedeutung des Verbands innerhalb der Branche. Der DDV beschreibt sich selbst weiterhin als im „Aufwind“ und sieht sich als zentrale Interessenvertretung der Drehbuchautor:innen in Deutschland.

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Bild: © Paxabay