Mit dem Abschluss der Übernahme von Sky Deutschland durch die RTL Group beginnt im deutschsprachigen Medienmarkt eine Phase umfassender struktureller Integration. Innerhalb weniger Tage hat RTL Deutschland zentrale Bereiche von Content über Vermarktung bis hin zur Consumer-Organisation neu aufgestellt und damit die operative Zusammenführung beider Unternehmen konkretisiert.

Abschluss der Übernahme und erste finanzielle Struktur

Die RTL Group hat den Erwerb von Sky Deutschland im DACH-Raum abgeschlossen. Dabei wurde zunächst eine Barzahlung von 68 Millionen Euro an die Sky-Muttergesellschaft Comcast geleistet. Die endgültige Kaufstruktur bleibt durch variable, aktienkursabhängige Komponenten sowie nachträgliche Anpassungen weiterhin dynamisch.

Mit dem Zusammenschluss vereint das Unternehmen rund 12,3 Millionen Abonnenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. RTL erwartet daraus in den kommenden Jahren erhebliche Synergieeffekte im dreistelligen Millionenbereich.

Neuordnung der Content-Struktur

Im Zuge der Integration wurde auch der Content-Bereich neu organisiert. Chief Content Officer Inga Leschek verantwortet künftig ein deutlich erweitertes Portfolio, das von Fiction über Entertainment, Sport und Channels bis hin zu Produktion und Content-Integration reicht.

Zentrale Bereiche werden neu zugeschnitten: Während die Fiction weiterhin eigenständig geführt wird, werden Programmplanung, Streaming-Strategie und Content-Analyse stärker gebündelt. Ziel ist eine übergreifende Steuerung von Inhalten über alle Ausspielwege hinweg – vom linearen Fernsehen über Streaming bis hin zu digitalen Plattformen.

Konsolidierung der Vermarktung

Auch im Bereich Werbung und Vermarktung kommt es zu einer engen Zusammenführung. AdAlliance-CEO Frank Vogel übernimmt zusätzlich die Verantwortung für Sky Media. Damit werden die Vermarktungsaktivitäten von RTL Deutschland und Sky Deutschland unter einem gemeinsamen strategischen Dach gebündelt.

Die Integration umfasst neben nationaler und internationaler Vermarktung auch AdTech-Beteiligungen des Konzerns. Ziel ist eine stärkere Verzahnung von Reichweite, Technologie und Werbeprodukten über alle Bewegtbildplattformen hinweg.

Integration der Sportrechte und Auswertung

Ein weiterer zentraler Baustein der Integration betrifft die Sportrechte. Live-Sport soll künftig stärker plattformübergreifend ausgewertet werden. Bereits zum Start der neuen Struktur werden große Sportereignisse parallel auf Free-TV- und Pay-TV-Plattformen gezeigt und gemeinsam produziert.

Damit entsteht ein Modell, bei dem Reichweite im Free-TV und Wertschöpfung im Pay-TV enger miteinander verbunden werden. Sport wird dabei als strategischer Content-Hebel für beide Geschäftsbereiche genutzt.

Aufbau einer integrierten Consumer-Organisation

Parallel dazu hat RTL Deutschland seinen Consumer-Bereich neu strukturiert. Streaming, Premium-TV und Distribution werden in einer gemeinsamen Organisation gebündelt, die alle Endkundenangebote des Konzerns steuert.

Dazu gehören unter anderem die Streaming-Plattformen sowie das Pay-TV- und Free-TV-Portfolio von RTL und Sky. Ziel ist es, Inhalte plattformübergreifend zu vermarkten und ein integriertes Entertainment-Angebot im gesamten DACH-Raum zu schaffen.

Fazit

Mit der Neuordnung von Content, Vermarktung, Sport und Consumer-Bereich vollzieht RTL Deutschland nach der Übernahme von Sky eine tiefgreifende strukturelle Integration. Aus getrennten Plattformen entsteht schrittweise ein konzernübergreifendes Medien- und Entertainment-Ökosystem, das Inhalte, Distribution und Monetarisierung stärker miteinander verzahnt als bisher.

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Bild: © Paxabay