Netflix geht beim Kinoeinsatz eines neuen Cannes-Titels erneut einen Schritt weiter: Für „La Bola Negra“ (internationaler Titel: „The Black Ball“) von Javier Calvo und Javier Ambrossi plant der Streamingdienst in den USA ein ungewöhnlich langes exklusives Kinofenster von rund 28 Tagen.
Der Deal, der im Umfeld des Filmfestivals in Cannes zustande kam, umfasst die US-Auswertungsrechte für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. Bemerkenswert ist dabei weniger der Rechteerwerb selbst als vielmehr die strategische Ausrichtung: Netflix setzt den Film zunächst klassisch im Kino ein, bevor er rund einen Monat später ins Streamingangebot übergeht.
Das Kinofenster liegt damit deutlich über dem, was Netflix bei vielen Eigen- oder Zukaufsproduktionen bislang üblich gemacht hat. Gleichzeitig bleibt es unter dem Niveau traditioneller Studioauswertungen, die häufig deutlich längere Exklusivzeiträume vorsehen. Dennoch wird der Schritt in der Branche als weiteres Signal gewertet, dass Netflix seine Haltung gegenüber der Kinowirtschaft graduell anpasst und gezielt prestigeorientierte Titel stärker für die große Leinwand positioniert – insbesondere im Kontext der Awards-Saison.
„La Bola Negra“ erzählt eine generationsübergreifende queere Liebesgeschichte und basiert lose auf Motiven rund um Federico García Lorca. Der Film wird damit auch inhaltlich als potenzieller Festival- und Prestige-Titel eingeordnet.
