Der Bundesverband Regie (BVR) zeichnet in einer aktuellen Mitgliederumfrage ein deutliches Bild der wirtschaftlichen Lage deutscher Regisseur:innen. Demnach können 71 Prozent der Befragten ihren Lebensunterhalt nicht oder nur teilweise aus ihrer Regietätigkeit bestreiten.
Die Erhebung basiert auf Angaben von 487 Regisseur:innen aus den Bereichen Fiktion, Dokumentarfilm und Werbung und ist Teil des Positionspapiers „Survive TwentyFive – Fix TwentySix“. Dieses wurde am 25. Juni 2026 veröffentlicht und versteht sich als Bestandsaufnahme der aktuellen Arbeitsrealität im Regieberuf.
Auch die Beschäftigungssituation zeigt sich angespannt: 37 Prozent der Befragten haben derzeit keinen Dreh in Aussicht, ebenfalls 37 Prozent denken ernsthaft über einen Ausstieg aus der Branche nach. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer:innen erzielt laut Umfrage ein Jahreseinkommen von unter 30.000 Euro. Rund drei Viertel erwarten zudem keine kurzfristige Verbesserung der Situation im laufenden Jahr.
Der BVR wertet die Ergebnisse nicht als Einzelfälle, sondern als strukturelles Problem innerhalb der deutschen Film- und Fernsehproduktion. In dem Positionspapier warnt der Verband vor einem zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf Kreative, der langfristig zu einem Verlust von Fachkräften und künstlerischer Vielfalt führen könne.
Als Konsequenz fordert der Verband ein umfangreiches Reformpaket. Im Zentrum stehen dabei eine stärkere Absicherung der Urheber:innenrechte, auch im Hinblick auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, sowie faire und existenzsichernde Vergütungsmodelle. Darüber hinaus spricht sich der BVR für eine verbindliche Investitionsquote für Streaminganbieter aus, ebenso wie für ein international wettbewerbsfähiges Steueranreizmodell für Filmproduktionen. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird adressiert, unter anderem mit Forderungen nach höheren Programminvestitionen und mehr inhaltlicher Vielfalt.
