Die Mitglieder der Directors Guild of America (DGA) haben den im Frühjahr mit der Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) ausgehandelten Vierjahresvertrag mit überwältigender Mehrheit angenommen. Damit ist die im Juni erzielte Einigung nun offiziell ratifiziert und tritt in den kommenden Tagen in Kraft.

DGA-Präsident Christopher Nolan und National Executive Director Russell Hollander betonten in einer gemeinsamen Stellungnahme die Geschlossenheit der Mitgliedschaft. Im Zentrum der Verhandlungen habe der Schutz der kreativen Berufsgruppe sowie die Anpassung an tiefgreifende strukturelle Veränderungen der Branche gestanden – insbesondere im Zusammenhang mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz und sich wandelnden Produktionsbedingungen.

Auch die AMPTP hob nach Abschluss des Verhandlungszyklus die konstruktive Zusammenarbeit mit der DGA sowie den Gewerkschaften WGA und SAG-AFTRA hervor. Die erzielten Vereinbarungen würden den Mitgliedern substanzielle Verbesserungen bieten und zugleich für mehr Stabilität in der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie sorgen.

Zentrale Inhalte des neuen Vertrags

Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung betrifft den Umgang mit künstlicher Intelligenz in der Film- und Fernsehproduktion. Künftig bleibt die Kontrolle über KI-generiertes Material ausdrücklich beim Regisseur. Zudem wird ein vom Arbeitgeber finanziertes Weiterbildungsprogramm eingeführt, das DGA-Mitglieder im Umgang mit KI-Technologien schulen soll und voraussichtlich noch im laufenden Jahr startet.

Darüber hinaus sehen die Vereinbarungen vor, dass Studios sich künftig mit der DGA abstimmen müssen, wenn KI-Trainingsmaterial lizenziert wird. Dabei sollen auch mögliche Vergütungsmodelle für Mitglieder geprüft werden. Die Regelung steht im Einklang mit vergleichbaren Absprachen, die zuvor bereits mit der Writers Guild of America (WGA) und SAG-AFTRA getroffen wurden.

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Finanzierung der Krankenversicherung der Mitglieder. Die Arbeitgeberbeiträge steigen von bisher 11,25 Prozent auf 14 Prozent der Vergütung. Diese Anpassung soll die langfristige Stabilität des Gesundheitsplans sichern, dessen Rücklagen andernfalls bis 2030 erschöpft gewesen wären.

Berufsschutz und neue Branchenregeln

Zur Stärkung der beruflichen Rolle von Regisseurinnen und Regisseuren enthält der Vertrag zudem eine Begrenzung für nicht zur Regie gehörende Kreative, die in Fernsehproduktionen Regie führen. Künftig dürfen sie pro Staffel maximal zwei Episoden inszenieren.

Neu eingeführt wird außerdem der sogenannte „Pilot Directed By“-Credit. Dieser soll künftig in allen folgenden Episoden einer Serie erscheinen und die kreative Vorleistung der Regie der Pilotfolge sichtbar machen. Damit wird diese Rolle stärker der Autorenschaft gleichgestellt, ähnlich den Credits „Created By“ oder „Developed By“.

Zusätzlich haben sich die Studios verpflichtet, politische Gespräche über bundesweite Steueranreize für Film- und Fernsehproduktionen zu unterstützen.

Einordnung

Mit der Ratifizierung des Vertrags setzt die DGA die Reihe der jüngsten Tarifabschlüsse in Hollywood fort, die bereits die Writers Guild of America und SAG-AFTRA umfasst. Im Zentrum steht dabei zunehmend die Regulierung von KI-Technologien sowie die Sicherung von Arbeitsstandards in einer sich schnell verändernden Produktionslandschaft.

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