Die FilmFest Hamburg Industry Days vom 28. September bis 1. Oktober 2026 bündeln erneut verschiedene Branchenformate für die internationale Film- und Kinowirtschaft. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr unter anderem europäische Filmprojekte in der Postproduktion, neue Ansätze für Kino und Publikumsentwicklung sowie internationale Produktions- und Geschäftsmodelle.

Ein zentraler Bestandteil ist die neunte Ausgabe von European Work in Progress (EWIP), die vom 28. bis 30. September zum zweiten Mal in Hamburg stattfindet. Bis zu 25 europäische Spielfilm-, Animations- und Dokumentarfilmprojekte werden dort internationalen Vertriebs- und Festivalvertretern sowie weiteren Branchenakteuren präsentiert. Die Projekte befinden sich in Produktion oder Postproduktion und sollen kurz vor ihrer Fertigstellung stehen. Ziel des Formats ist es, Filmemacher mit potenziellen Partnern für Vertrieb, Festivalpräsenz und die noch ausstehende Finanzierung zusammenzubringen.

Für die diesjährige Ausgabe steht inzwischen auch die Jury fest. Ihr gehören unter anderem Christian Bräuer, Managing Director der Yorck Kinogruppe, und Valeska Neu, verantwortlich für Management und Sales beim Weltvertrieb Films Boutique, an. Weitere Mitglieder sind Paolo Bertolin, Rebecca De Pas und Iñigo Trojaola. Die Jury vergibt Preise und Serviceleistungen, deren Gesamtwert laut EWIP bei rund 140.000 Euro liegt. Darunter befinden sich unter anderem Leistungen für Postproduktion, Sound, Color Grading, Marketing, Übersetzung und Kostüm.

Parallel dazu widmet sich ein neues Innovationsprogramm der Zukunft des Kinos. FILMFEST HAMBURG, die CICAE und Futura Cinema laden vom 29. September bis 1. Oktober europäische Kino- und Kulturakteure nach Hamburg ein. Im Mittelpunkt stehen sechs Innovationsprojekte, die neue Wege der Publikumsansprache, der Kinogestaltung und der Weiterentwicklung kultureller Orte erproben. Die Projekte werden in Hamburger Kinos und Veranstaltungsorten praktisch getestet. Dabei sollen Kinobetreiber, Festivalmacher und Kulturprofis ihre Erfahrungen direkt in die Entwicklung der Angebote einbringen.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Explorer Konferenz am 1. Oktober. Die inzwischen siebte Ausgabe bringt internationale Experten aus Kreativwirtschaft, Finanzierung und Innovation zusammen. Unter dem diesjährigen Motto „Redefining Production“ geht es unter anderem um neue Organisations- und Geschäftsmodelle für Produktionsunternehmen sowie um die Frage, wie sich unabhängige Produzenten in einem zunehmend konsolidierten Markt positionieren können.

Ein besonderer Fokus liegt auf den asiatischen Filmmärkten und europäisch-asiatischen Partnerschaften. Auf dem Programm stehen unter anderem Gespräche über Finanzierungsmodelle, internationale Koproduktionen und konkrete Chancen für die Zusammenarbeit zwischen europäischen und asiatischen Produzenten. Weitere Themen sind Vertical Drama, Publikumsforschung und der Einsatz neuer Geschäfts- und Produktionsmodelle.

Auch europäische Filmpolitik gehört zum Programm. In einer Session zu „AgoraEU: Europe’s Audiovisual Future“ soll es um die filmpolitischen Erwartungen der Branche an die Europäische Union und die Bedeutung des geplanten EU-Dachförderprogramms AgoraEU gehen.

Damit decken die Industry Days ein breites Spektrum entlang der audiovisuellen Wertschöpfungskette ab: von der Finanzierung und internationalen Positionierung von Filmprojekten über Vertrieb und Publikumsentwicklung bis hin zu Kinoinnovation, neuen Produktionsformen und europäischer Filmpolitik. Für die deutsche und europäische Filmwirtschaft bietet Hamburg damit erneut eine Plattform für Austausch, Kooperation und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Quellen: FILMFEST HAMBURG; European Work in Progress

 
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