Der Wettbewerb im Streaminggeschäft verschiebt sich. Große Plattformen wollen ihren Nutzern zunehmend nicht mehr nur eigene Inhalte anbieten, sondern zum zentralen Zugangspunkt für möglichst viele Streamingangebote werden.

Vorreiter ist Amazon. Über Prime Video können Kunden bereits zahlreiche externe Streamingdienste abonnieren und deren Inhalte direkt innerhalb der Plattform nutzen. Laut dem Marktforschungsunternehmen Antenna verfügte Amazon im Juni über mindestens 49 Millionen Abonnements für Drittanbieter-Dienste, die über Prime Video abgeschlossen wurden.

Auch YouTube und Roku bauen entsprechende Angebote aus. YouTube hat einen fünfjährigen Vertrag mit Peacock geschlossen. Inhalte des NBCUniversal-Streamingdienstes sollen ab Anfang 2027 in YouTube Premium verfügbar sein. Der Preis von 16 US-Dollar pro Monat soll dabei unverändert bleiben.

Auch Netflix zeigt sich inzwischen offener für eine solche Strategie. Im Juni integrierte das Unternehmen mit TF1+ und TF1-Live-Sendern erstmals ein externes Angebot in seine Plattform. Nutzer in Frankreich können entsprechende Programme und Live-Sender direkt über Netflix abrufen.

Darüber hinaus soll Netflix Gespräche über eine mögliche Integration weiterer Streamingdienste geführt haben. Im Raum stehen dabei Peacock und Fox One. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bislang nicht offiziell bestätigt.

Hinter der Entwicklung steht ein Wandel der Streamingbranche. Während zunächst vor allem das Wachstum der Abonnentenzahlen im Mittelpunkt stand, geht es für die Anbieter zunehmend darum, Nutzer möglichst lange auf ihren Plattformen zu halten und Kündigungen zu reduzieren. Aus den früheren „Streaming Wars“ werden damit zunehmend „Bundling Wars“.

Nach Angaben von Antenna sind über Drittplattformen wie Amazon, Roku und YouTube abgeschlossene Streaming-Abos innerhalb von drei Jahren um rund 60 Prozent gestiegen. Rund ein Drittel aller neuen Abonnements wird inzwischen über solche Plattformen abgeschlossen.

Für die Streaminganbieter bietet das Modell zusätzliche Reichweite und einen einfacheren Zugang zum Publikum. Gleichzeitig müssen sie einen Teil der Erlöse und der direkten Kundenbeziehung an die jeweilige Plattform abgeben. Für Netflix, Amazon und YouTube geht es damit zunehmend um eine zentrale Frage: Wer kontrolliert künftig den wichtigsten Zugang zum Streamingpublikum?

Quelle: The New York Times, 24.08.2026; Netflix

 

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