Kalifornien setzt auf neue Steueranreize, um Postproduktionsarbeiten und damit verbundene Arbeitsplätze im Bundesstaat zu halten und zurückzugewinnen. Gouverneur Gavin Newsom hat am 19. September den Gesetzentwurf AB 2319 unterzeichnet. Das neue Modell sieht zunächst ein jährliches Volumen von zehn Mio. Dollar für Steuervergünstigungen auf qualifizierte Postproduktionsausgaben vor.

Gefördert werden können insbesondere Arbeiten in den Bereichen Schnitt und Visual Effects (VFX). Dabei muss die zugrunde liegende Produktion nicht vollständig in Kalifornien realisiert worden sein. Damit soll eine Lücke im bestehenden Film- und TV-Steueranreiz des Bundesstaates geschlossen werden.

Das kalifornische Produktionsfördermodell war im vergangenen Jahr auf 750 Mio. Dollar ausgeweitet worden und umfasst grundsätzlich auch Postproduktionskosten. Voraussetzung ist bislang allerdings, dass mindestens 75 Prozent des Produktionsbudgets in Kalifornien ausgegeben werden. AB 2319 ermöglicht nun Steueranreize auch für Postproduktionsleistungen in Kalifornien, wenn die eigentlichen Dreharbeiten außerhalb des Bundesstaates stattgefunden haben.

Ein weiterer Bestandteil des neuen Modells betrifft die Beschäftigungsbedingungen. 85 Prozent der Fördermittel müssen für Arbeitsplätze eingesetzt werden, die Löhne und Sozialleistungen auf Gewerkschaftsniveau vorsehen.

Nach Angaben des federführenden Abgeordneten Nick Schultz beschäftigt die kalifornische Postproduktionsbranche rund 12.000 Menschen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien jedoch knapp 2.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Mit dem neuen Anreiz soll Kalifornien als Standort für Postproduktion wieder attraktiver werden.

Die Maßnahme steht zugleich im größeren Kontext des zunehmenden Wettbewerbs um Film- und TV-Produktionen. Während Kalifornien gezielt die Postproduktion unterstützt, wird auf Bundesebene derzeit an einem umfassenderen Steueranreiz für Film- und TV-Produktionen gearbeitet. Der geplante US-Bundesincentive soll zunächst 20 Prozent der Arbeitskosten abdecken und unter bestimmten Voraussetzungen auf bis zu 30 Prozent steigen können.

Quelle: Office of Governor Gavin Newsom

 
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