In den USA nimmt die Planung für einen bundesweiten Steueranreiz für Film- und TV-Produktionen konkrete Formen an. Ein überparteiliches Abgeordneten-Team arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Produktionen mit einer Steuergutschrift von zunächst 20 Prozent auf anfallende Arbeitskosten unterstützen soll. Unter bestimmten Voraussetzungen könnte der Satz auf bis zu 30 Prozent steigen.

Vorgesehen sind zusätzliche Anreize unter anderem für Produktionen in ländlichen Regionen, unabhängige Projekte sowie für Produktionen, die Ausgaben aus dem Ausland zurück in die USA verlagern. Auch umfangreiche Ausgaben über mehrere US-Bundesstaaten hinweg sollen berücksichtigt werden. Der Entwurf soll noch im September in den Kongress eingebracht werden.

Welche wirtschaftlichen Effekte ein solches Modell haben könnte, untersucht eine von der Motion Picture Association (MPA) bei Olsberg SPI in Auftrag gegebene Studie. Für den Zeitraum von 2027 bis 2035 prognostiziert sie durch einen bundesweiten Produktionsanreiz zusätzliche Produktionsausgaben von 125,3 Mrd. Dollar und ein zusätzliches Arbeitseinkommen von 133,1 Mrd. Dollar. Pro Jahr könnten demnach rund 143.500 zusätzliche Vollzeitstellen in der Produktionswirtschaft entstehen.

Die Studie stellt die möglichen Effekte einem Szenario ohne bundesweiten Anreiz gegenüber. Die Prognosen sind dabei als wirtschaftliche Modellrechnung und nicht als bereits eingetretene Entwicklungen zu verstehen.

Hinter dem Vorstoß steht der zunehmende Wettbewerb um Film- und TV-Produktionen. US-Produzenten sehen sich mit zahlreichen internationalen Standorten konfrontiert, die bereits mit steuerlichen Anreizen um Produktionen werben. Mit einem bundesweiten Modell würde erstmals ein einheitlicher Anreiz auf US-Ebene geschaffen.

Ob und in welcher Form der Gesetzentwurf den Kongress passiert, ist noch offen. Die Initiatoren hoffen auf eine Verabschiedung nach den für November angesetzten Midterm-Wahlen.

Quellen: Motion Picture Association

 
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