Wie viel Programm beim ZDF landet tatsächlich bei unabhängigen Produzenten – und wie viel bei den eigenen Tochtergesellschaften? PROG Producers of Germany fordert vom Sender mehr Transparenz bei der Auftragsvergabe und sieht insbesondere bei Fiktion und Dokumentarfilm Klärungsbedarf.
Der Verband begrüßt das ZDF grundsätzlich als wichtigen Partner der unabhängigen Produktionswirtschaft und verweist auf dessen Bedeutung für Kino, Nachwuchs und erfolgreiche Koproduktionen. Gleichzeitig beobachtet PROG nach eigener Darstellung eine zunehmende Verschiebung der Vergabepraxis zulasten unabhängiger Produzenten und Lizenzgeber.
Ein Problem sieht der Verband in der bisherigen Darstellung der Vergabedaten. Der ZDF-Auftragsvergabebericht unterscheide nicht ausreichend nach Formaten und Sendeplätzen. Damit lasse sich aus Sicht von PROG nicht nachvollziehen, ob die vom ZDF formulierte Vorgabe, weniger als ein Drittel der Beauftragungen und Lizenzen an verbundene Unternehmen zu vergeben, in den einzelnen Programmbereichen tatsächlich eingehalten wird.
PROG fordert deshalb eine detailliertere Aufschlüsselung der Daten. Nur so lasse sich sachlich beurteilen, unter welchen Bedingungen unabhängige Produktionsunternehmen mit den ZDF-Tochtergesellschaften um Aufträge und Koproduktionen konkurrieren.
„Im Sinne einer faktenbasierten Debatte“ müsse das ZDF die entsprechenden Daten aufarbeiten und veröffentlichen, fordert PROG-Geschäftsführerin Julia Maier-Hauff.
Das ZDF hatte anlässlich des jüngsten Tags der Produzentinnen und Produzenten seinerseits die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Produktionsbranche hervorgehoben. Nach Angaben des Senders ist das ZDF mit mehr als 800 Mio. Euro jährlich der größte Einzelauftraggeber der deutschen Kreativwirtschaft.
