Fast 94 Prozent der technischen und kreativen Film- und TV-Dienstleister rechnen mit weiteren Geschäftsaufgaben, Insolvenzen oder Übernahmen. Auch die Umsatzerwartungen für 2027 fallen verhaltener aus.
Die wirtschaftlichen Perspektiven der technischen und kreativen Dienstleister der deutschen Film- und Fernsehwirtschaft bleiben angespannt. Laut dem aktuellen Herbstbarometer des Verbands Technischer Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) rechnen 93,8 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren mit einer weiteren Marktkonsolidierung. Im Vorjahr lag der Anteil bei 89,7 Prozent.
Zwar bewerten 37,5 Prozent der Unternehmen ihre eigene Geschäftslage als gut oder sehr gut. Für 2027 erwarten jedoch nur noch 25 Prozent steigende Umsätze, während 75 Prozent von stagnierenden oder sinkenden Erlösen ausgehen. Als größte Herausforderungen nennen 89,6 Prozent den Kostendruck durch Auftraggeber und 81,3 Prozent rückläufige Auftragseingänge.
Kritisch beurteilt der Verband zudem die Verlässlichkeit der Filmförderung. 60,4 Prozent der Befragten befürchten, dass schwankende Förderbedingungen den Produktionsstandort Deutschland dauerhaft schädigen. 47,9 Prozent rechnen damit, dass Produktionen aufgrund der Unsicherheit häufiger ins Ausland verlagert oder ganz abgesagt werden. Auch die Diskussion über die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sorgt für Sorgen: 64,6 Prozent erwarten bei einem deutlichen Abbau negative Folgen für das Produktionsvolumen und die Auftragslage der Dienstleister.
VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke sieht in den Ergebnissen ein Warnsignal. Der Verband fordert verlässliche Förderbedingungen und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, um die technisch-kreativen Kapazitäten am Produktionsstandort Deutschland langfristig zu sichern.
