BBC und Channel 4 prüfen eine weitreichendere Zusammenarbeit ihrer kommerziellen Geschäftsbereiche. Nach Informationen von Reuters haben die britischen öffentlich-rechtlichen Medienunternehmen dazu erste Gespräche mit der Regierung geführt. Im Mittelpunkt steht demnach die mögliche Gründung eines gemeinsam gehaltenen Unternehmens.

Eine Option sieht vor, das Werbegeschäft von Channel 4 sowie Sender wie E4 und Film4 und die Video-on-Demand-Angebote mit UKTV zu bündeln. Die kommerzielle BBC-Tochter könnte in ein neues Joint Venture eingebracht werden, an dem BBC und Channel 4 jeweils zur Hälfte beteiligt wären. Der lineare Hauptsender Channel 4 wäre davon ausgenommen.

Hinter den Überlegungen stehen vor allem Kostendruck und der Wandel des Medienmarktes. Beide Unternehmen stehen vor umfangreichen Sparprogrammen, während Zuschauer und Werbeerlöse zunehmend zu Streamingplattformen und globalen Technologieunternehmen abwandern. Die BBC will über drei Jahre rund 500 Millionen Pfund einsparen und hat im Juni den Abbau von 550 Stellen angekündigt. Channel 4 plant den Abbau von rund 340 Stellen.

Eine Entscheidung über das mögliche Joint Venture gibt es bislang nicht. Die Gespräche könnten sich im kommenden Jahr abhängig von den Verhandlungen über die künftige Finanzierung der BBC intensivieren. Beide Sender betonen grundsätzlich die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit der britischen Public-Service-Medien.

Sources: Reuters, Channel 4

 
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