Nach einer Sitzung des Aufsichtsrats der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) wurde bekanntgegeben, dass Tricia Tuttle weiterhin die Leitung der Berlinale übernimmt. Der Aufsichtsrat begrüßte ihre Bereitschaft, das Festival weiterhin zu führen, und verabschiedete Empfehlungen zur langfristigen Stärkung der Veranstaltung.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der den Aufsichtsrat leitet, würdigte Tuttles Engagement: „Tricia Tuttle hat in den vergangenen Monaten wesentliche Weichenstellungen vorgenommen und der Berlinale den Weg aus einer länger andauernden Krise gewiesen. Ich danke ihr für die Bereitschaft, diesen Weg fortzuführen.“
Der Aufsichtsrat formulierte Empfehlungen, um die gesellschaftliche Akzeptanz und wirtschaftliche Stabilität des Festivals zu sichern. Dazu zählen die Gründung eines beratenden Forums, die Entwicklung eines KBB-weiten Verhaltenskodex und Maßnahmen zur Einbindung der Filmwirtschaft, von Medienhäusern sowie potenzieller Investoren. Zudem bekräftigte das Gremium sein Engagement gegen Antisemitismus und die Förderung jüdischer Perspektiven.
Nach der Sitzung erklärte Tuttle, sie begrüße die Entscheidung des Aufsichtsrats und werde die Empfehlungen sorgfältig prüfen. Die Berlinale stellte zudem klar, dass es sich um Empfehlungen, nicht um bindende Vorgaben, handele. Die Verantwortung für deren Prüfung und mögliche Umsetzung liege bei der Festivalleitung.
Sven Lehmann, Vorsitzender des Kulturausschusses des Bundestags, bezeichnete den Verbleib Tuttles als „wichtiges Signal für die Kunstfreiheit“ und betonte die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit des Festivals zu wahren.
Die Entscheidung des Aufsichtsrats beendet damit die Spekulationen der vergangenen Tage über eine mögliche Ablösung der Intendantin.
