Die Europäische Kommission hat den geplanten Erwerb von Sky Deutschland durch die RTL Group ohne Auflagen genehmigt. Damit ist der Weg für eine der bedeutendsten Konsolidierungen im deutschsprachigen Medienmarkt frei. Der Abschluss der Transaktion wird für den 1. Juni 2026 erwartet.

Mit der Entscheidung erreicht die bereits im Juni 2025 angekündigte Vereinbarung zwischen der RTL Group und der Sky-Muttergesellschaft Comcast einen entscheidenden Meilenstein. Die Übernahme vereint zwei große Medienmarken in der DACH-Region und schafft ein Unternehmen mit rund 12,3 Millionen zahlenden Abonnenten.

Stärkung im Wettbewerb mit globalen Plattformen

RTL-CEO Thomas Rabe bezeichnete die Genehmigung als wichtigen Schritt für die europäische Medienindustrie. Der Zusammenschluss werde die Investitionsmöglichkeiten in Inhalte, Technologie und Talente deutlich erweitern. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Streaming-Plattformen zu stärken.

Auch Sky sieht in dem Zusammenschluss neue Wachstumsperspektiven. Sky-Deutschland-CEO Dana Strong verwies auf die positive operative Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren und betonte, dass der Zusammenschluss die langfristige Marktposition weiter festige.

Kombination aus Sport, Entertainment und News

Die Fusion bündelt zentrale Inhalte beider Anbieter: Sky bringt unter anderem die Rechte an Bundesliga, DFB-Pokal, Premier League und Formel 1 ein, während RTL seine Stärken in Unterhaltung, Nachrichten und Free-TV sowie die Streaming-Plattform RTL+ einbringt. Zusätzlich wird die Streaming-Marke WOW Teil des RTL-Portfolios.

Damit entsteht ein integriertes Angebot über mehrere Plattformen hinweg – von Free-TV über Pay-TV bis hin zu Streamingdiensten.

Synergien und Struktur der Transaktion

Die RTL Group erwartet innerhalb von drei Jahren jährliche Synergien von rund 250 Millionen Euro, insbesondere durch Kosteneinsparungen. Die Übernahme erfolgt auf einer bargeld- und schuldenfreien Basis. RTL zahlt zunächst 150 Millionen Euro an Comcast, ergänzt durch eine erfolgsabhängige Earn-Out-Regelung von bis zu 377 Millionen Euro.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält RTL zudem die Rechte zur Nutzung der Marke Sky in der DACH-Region sowie weiteren europäischen Märkten. Die Standorte Köln (RTL Deutschland) und München (Sky Deutschland) bleiben erhalten.

Neuer Marktakteur im deutschsprachigen Raum

Nach Abschluss der Transaktion wird RTL Deutschland unter der Leitung von CEO Stephan Schmitter stehen. Dieser sieht in dem Zusammenschluss eine strategische Chance, den deutschsprachigen Medienmarkt aktiv zu gestalten und ein umfassendes Angebot aus Sport, Unterhaltung und Information bereitzustellen.

Mit der Übernahme entsteht damit eines der größten integrierten Medienunternehmen im deutschsprachigen Raum – mit klarer Ausrichtung auf Streaming, Premium-Inhalte und den Wettbewerb mit globalen Plattformanbietern.

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Bild: © Paxabay