Der Weg für die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance ist weitgehend frei. Nach der Einigung mit zwölf US-Generalstaatsanwälten und der Beilegung der Klage der Writers Guild of America (WGA) soll die rund 111 Mrd. Dollar schwere Transaktion bereits Anfang Oktober abgeschlossen werden. Für die Filmwirtschaft bringt der Vergleich allerdings ein ungewöhnlich enges Korsett für das künftige Paramount-Warner-Geschäftsmodell.

In den ersten beiden Jahren muss das fusionierte Unternehmen mindestens 30 Kinofilme pro Jahr herausbringen, darunter jeweils mindestens 20 Wide Releases. In den folgenden drei Jahren steigt die Vorgabe auf 32 Filme und 21 Wide Releases. Mindestens vier Titel jährlich müssen unabhängige Produktionen sein.

Auch beim Kinofenster setzt die Vereinbarung klare Leitplanken: Die erfassten Filme müssen mindestens 45 Tage exklusiv im Kino laufen. Ein Start auf einem SVoD-Dienst darf frühestens am 91. Tag nach dem Kinostart erfolgen.

Noch gewichtiger ist die Vorgabe für die Produktion. Paramount-Warner muss über fünf Jahre hinweg zusätzliche 1,5 Mrd. Dollar in US-Filmproduktionen investieren – 300 Mio. Dollar pro Jahr über dem Niveau von 2025. Sollte ein bundesweites, ungedeckeltes US-Anreizmodell eingeführt werden, greifen weitere Vorgaben für den Anteil der Produktion in den USA. Bei entsprechenden Fördermodellen in Kalifornien oder New York kann dieser Anteil auf mindestens 40 Prozent steigen.

Auch Hollywood selbst wird zur festen Größe im Fusionsvertrag: Die Paramount-Studios in Los Angeles und die Warner-Bros.-Studios in Burbank müssen mindestens fünf Jahre erhalten bleiben. Zusätzlich soll ein Fonds für unabhängige Filme eingerichtet werden, in den jährlich fünf Mio. Dollar fließen.

Die Auflagen sind dabei nicht nur politische Absichtserklärungen. Für Verstöße sind finanzielle Sanktionen vorgesehen; bei nicht erfüllten Filmverpflichtungen können 30 Mio. Dollar je fehlendem Titel fällig werden. Im Extremfall sieht die Vereinbarung sogar eine Abspaltung von Miramax vor.

Damit wird die Warner-Übernahme zu einem bemerkenswerten Präzedenzfall: Der Staat greift über den Vergleich unmittelbar in Filmoutput, Kinofenster, Produktionsvolumen und Studiostandorte des künftigen Medienkonzerns ein. Die endgültige Umsetzung der Fusion soll nun innerhalb der kommenden Wochen erfolgen.

Quelle: California Attorney General; Variety.

 

 
Bild: © Unsplash