Der geplante Zusammenschluss von Paramount Global and Warner Bros. Discovery gerät zunehmend unter Druck. Neben Widerstand aus der Kreativbranche und ersten regulatorischen Prüfungen in Europa sorgt auch ein Führungswechsel bei Paramount für zusätzliche Unruhe.
Führungswechsel bei Paramount
Zuletzt trennte sich Paramount von seinem Präsidenten Jeff Shell. Laut Unternehmensangaben wurde die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses inzwischen offiziell bestätigt und im Rahmen einer SEC-Meldung auch finanziell geregelt. Shell erhält demnach eine Abfindung sowie anteilige Leistungen aus seinem Vergütungspaket.
Der Abgang erfolgt vor dem Hintergrund eines Rechtsstreits mit dem Glücksspieler Robert James Cipriani, der unter anderem unrechtmäßige Zahlungen und die Weitergabe vertraulicher Informationen im Zusammenhang mit möglichen Transaktionen im Mediensektor behauptet. Shell weist die Vorwürfe zurück.
Massive Kritik aus der Kreativbranche
Parallel dazu hat sich der Widerstand gegen die geplante Fusion deutlich ausgeweitet. Mehr als 1000 Filmschaffende aus Hollywood – darunter bekannte Namen wie David Fincher and J. J. Abrams – haben einen offenen Brief unterzeichnet.
Darin warnen sie vor den Folgen weiterer Marktkonzentration: weniger Produktionsvolumen, sinkende Beschäftigungsmöglichkeiten für Kreative sowie eine Einschränkung der inhaltlichen Vielfalt im globalen Film- und Serienmarkt.
Die Unterzeichner fordern eine strengere Prüfung oder sogar eine Blockade der Transaktion.
Paramount verteidigt den Zusammenschluss
Paramount Global hat die Kritik zurückgewiesen. In einer Stellungnahme betont das Unternehmen, der Zusammenschluss werde zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen und mehr Inhalte für ein globales Publikum ermöglichen.
Geplant sei unter anderem eine erhöhte jährliche Filmproduktion beider Studios sowie eine stärkere Investition in bestehende Marken und Talente. Der Merger werde nicht zu weniger, sondern zu mehr kreativen Möglichkeiten führen, so die Argumentation.
Regulatorische Prüfung nimmt Fahrt auf
Während die Debatte in Hollywood eskaliert, bereiten Wettbewerbsbehörden in Großbritannien bereits eine vertiefte Prüfung der Fusion vor. Auch weitere internationale Kartellbehörden beobachten den Zusammenschluss genau.
Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch und regulatorisch unter erheblichen Vorbehalten steht.
Einordnung für die Filmwirtschaft
Für die internationale Filmwirtschaft ist der Fall hochrelevant. Sollte der Zusammenschluss zustande kommen, würde sich die Zahl der großen Hollywood-Studios weiter reduzieren – mit potenziellen Auswirkungen auf Finanzierung, Produktion und Vertrieb weltweit.
Gerade für unabhängige Produzenten und internationale Koproduktionsmärkte könnte eine weitere Konsolidierung den Zugang zu Projekten und Vertriebswegen spürbar verändern.
