Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount befindet sich weiterhin in einem mehrstufigen regulatorischen Prüfprozess auf beiden Seiten des Atlantiks. Während die EU-Kommission das Fusionskontrollverfahren bereits Anfang Juni offiziell eröffnet hat, laufen inzwischen mehrere parallel gelagerte Untersuchungen, die den Zeitplan des 110-Milliarden-Dollar-Deals beeinflussen könnten.

In der EU steht zunächst die kartellrechtliche Phase-1-Prüfung im Fokus. Nach der Notifizierung vom 2. Juni hat die Europäische Kommission bis zum 7. Juli Zeit, um zu entscheiden, ob die Transaktion ohne Auflagen freigegeben wird, mit Bedingungen genehmigt wird oder in eine vertiefte Phase-2-Prüfung übergeht. Eine solche vertiefte Untersuchung würde den Prüfzeitraum erheblich verlängern und könnte den angestrebten Abschluss der Transaktion bis Ende des dritten Quartals 2026 gefährden.

Zusätzlich zur klassischen Fusionskontrolle hat die EU-Kommission ein weiteres Prüfverfahren im Rahmen der Foreign Subsidies Regulation (FSR) eröffnet. Dabei steht im Mittelpunkt, ob ein Teil der Finanzierung des Deals durch staatlich beeinflusste Investoren aus Drittstaaten zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnte. Im konkreten Fall geht es um ein Finanzierungsvolumen von rund 24 Milliarden Dollar, das laut Marktangaben aus Fonds in Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi stammen soll. Die Kommission hat hierfür eine separate Entscheidungsfrist bis zum 14. Juli gesetzt.

Auch in Großbritannien wurde inzwischen ein formelles Prüfverfahren durch die Competition and Markets Authority (CMA) eingeleitet. Die britischen Wettbewerbsbehörden befinden sich aktuell in Phase 1 der Untersuchung und wollen bis zum 7. August entscheiden, ob die Übernahme freigegeben oder in eine vertiefte Phase-2-Prüfung überführt wird. Letztere würde eine deutlich längere Untersuchungsdauer nach sich ziehen.

Für Paramount entsteht damit ein eng getaktetes Zeitfenster mit mehreren regulatorischen Entscheidungspunkten innerhalb weniger Wochen. Der Konzern hatte zuvor signalisiert, die Transaktion möglichst bis zum Ende des dritten Quartals 2026 abschließen zu wollen. Der Ausgang der Prüfverfahren in EU und UK dürfte damit entscheidend für den weiteren Verlauf des Deals sein.

Sources: Reuters-Berichte auf Basis von EU- und CMA-Verfahrensunterlagen

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